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TV-Doktor Wimmer erklärt, was Sie dagegen tun können

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Erstellt: 03.07.2022, 09:00 Uhr

Von: Judith Braun

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Jeder Zweite mit Magen-Darm-Beschwerden hat ein Reizdarmsyndrom. Der beliebte Fernseharzt Dr. Johannes Wimmer erklärt, was getan werden kann.

München – „Das Reizdarmsyndrom ist eine so diffuse Diagnose, dass selbst ein erfahrener Arzt nur durch Versuch und Irrtum helfen kann“, sagt Dr. Johannes Wimmer (39). Deshalb will der Mediziner und bekannte TV-Arzt in Zusammenarbeit mit dem „NDR“ auf seinem YouTube-Kanal Licht ins Dunkel bringen. Schließlich haben genug Menschen mit Verdauungsproblemen, Blähungen, Durchfall und Krämpfen zu kämpfen. Zehn bis 20 von 100 Menschen leiden wahrscheinlich an Reizdarmsyndrom, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Der Arzt erklärt nicht nur die Symptome und Tests, sondern hat auch noch ein paar Tipps auf Lager, mit denen der Darmerkrankung entgegengewirkt werden kann.

Reizdarm: Ein TV-Arzt erklärt, wie man die Krankheit erkennt

Typische Symptome eines Reizdarms sind Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Allerdings ist die Diagnose oft verfrüht. (Ikonenbild) © DC_2/IMAGO

Das sogenannte Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine Funktionsstörung zwischen dem vegetativen Nervensystem und der Darmmuskulatur. Die Krankheit ist zwar nicht gefährlich, kann aber aufgrund ihrer typischen Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall oder Verstopfung durchaus besorgniserregend sein. Laut Experten wird die Diagnose Reizdarmsyndrom oft voreilig gestellt. Wimmer sieht das ähnlich und erklärt: „Es ist wichtig, vorher viel zu testen und zu recherchieren, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.“

Denn die Beschwerden können zum Beispiel auch durch eine Nahrungsmittelallergie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Tumore im Darm oder in den Eierstöcken verursacht werden. Folgende Tests sollten laut Wimmer vom Arzt durchgeführt werden, um ein Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren:

  • Gastroskopie und Koloskopie
  • Bauch-Ultraschall
  • Bluttest
  • Stuhluntersuchung
  • Ein Atemtest zum Nachweis oder Ausschluss einer möglichen Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten

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Reizdarm: Nicht nur körperliche Symptome, sondern auch psychische Belastungen

Laut Wimmer ist das Reizdarmsyndrom eine diffuse Diagnose, bei der man verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren muss, um herauszufinden, was wirklich wirkt. Auch die Symptome sind vielfältig und reichen von körperlichen Beschwerden bis hin zu psychischen Belastungen.

  • Bauchschmerzen: Wenn jemand häufig und unabhängig vom Essen unter Bauchschmerzen leidet, kann dies ein Zeichen für ein Reizdarmsyndrom sein. „Die Schleimhaut von Patienten mit Reizdarmsyndrom reagiert überempfindlich auf die Trägerstoffe Histamin und Serotonin. Es sendet also ständig Nervenimpulse an das Gehirn, um den Entzündungsprozess aufrechtzuerhalten – durch diese Rückkopplungsschleife“, sagt der Fernseharzt.
  • Durchfall oder Verstopfung: Beides können laut Wimmer Symptome sein, die beim Reizdarmsyndrom auftreten. Wahrscheinlich gibt es auch Fälle von Reizdarmsyndrom, bei denen Patienten zwischen Durchfall und Verstopfung wechseln.
  • Blähungen: Manchmal kann es so schlimm sein, dass nicht nur der Darm ständig knurrt, sondern man auch Blähungen im Magen sieht. Schon nach ein paar Pizzabissen bläht sich der Magen auf wie ein Ballon, der kurz vor dem Platzen steht, und wölbt sich dementsprechend mit einem aufgeblähten Bauch.
  • Blähungen: IBS-Patienten leiden oft unter einem starken Völlegefühl. Sie fühlen sich satt, obwohl Sie nicht viel gegessen haben.
  • Psychische Symptome: Das Wohlbefinden steht laut Wimmer in direktem Zusammenhang mit der Darmgesundheit. „Der Magen ist ein Netzwerk aus Millionen von Nervenzellen, das die Verdauung steuert.“ Der Magen und der für Gefühle zuständige Teil des Gehirns tauschen ständig Informationen miteinander aus. Das eigene Wohlbefinden hat großen Einfluss auf das Verdauungssystem.

Über den Stuhlgang zu sprechen, ist für viele Menschen immer noch unangenehm. Aber der TV-Arzt versichert, dass es für Ärzte zum Alltag gehöre, darüber zu sprechen oder eine Stuhlprobe zu nehmen. Es sei nichts anderes, als mit Husten oder Schulterschmerzen zu ihnen zu kommen, „das wissen sie“, sagt Wimmer. Übrigens sollte laut Experten gehandelt werden, wenn Beschwerden länger als drei Monate innerhalb eines Jahres andauern.

„Wenn sich der Stuhlgang verändert und der Bauch ständig zwickt und zuckt, dann ist es Zeit, den Internisten Ihres Vertrauens aufzusuchen“, empfiehlt der 39-Jährige. Ein weiterer wichtiger Hinweis auf Reizdarmsyndrom ist, dass Sie nachts beschwerdefrei sind. Darüber hinaus verlieren die Patienten aufgrund von IBS nicht an Gewicht.

Tipps zum Reizdarmsyndrom:

Wird die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt, empfiehlt der Arzt meist eine Behandlung oder Therapie, beispielsweise in Form von Medikamenten. Für Wimmer sind jedoch zwei Aspekte entscheidend für die Heilung des Reizdarms: Ernährungsumstellung und Stressabbau. Hilfreich findet er auch folgende Tipps:

  • Eliminationsdiät (FODMAP): Bei dieser Diät wird auf Nährstoffe verzichtet, daher sollte sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater erfolgen, damit kein Mangel entsteht. Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole werden für sechs bis acht Wochen gemieden. Das sind schnell fermentierende Kohlenhydrate, die in Süßigkeiten, Brot, Milchprodukten, Steinobst und Kohl enthalten sind. Polyole sind Zuckeralkohole, die hauptsächlich in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Nach der Diät werden sie einzeln und nacheinander wieder in die Ernährung eingeführt. Mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs analysiert der Patient, welche Lebensmittel er gut verträgt.
  • Keine Rohkost am Abend: „Salat und rohes Gemüse können den Darm leicht überlasten“, sagt der Mediziner. Daher empfiehlt er, tagsüber und in kleinen Mengen zu essen.
  • Gut und viel kauen: Fördert die Verdauung und entlastet den Darm.
  • Bewegung: Hier empfiehlt der Arzt Dinge wie eine Runde um den Block, Yoga oder Walking. Sport bewegt den Darm und regt seine Aktivität an.
  • Stress abbauen: Menschen mit Reizdarmsyndrom können zum Beispiel Meditation, Entspannungsübungen oder Yoga helfen.
  • Trinken Sie viel: Zwei bis drei Liter stilles Wasser am Tag sind gut für Ihre Gesundheit und auch für Ihren Darm. Patienten sollten Koffein zumindest zeitweise meiden.

Das Reizdarmsyndrom ist nicht einfach, es kann sehr schwierig sein und es gibt keine Heilung“, so das Fazit des TV-Arztes. Aus medizinischer Sicht ist ein Reizdarm jedoch nicht besorgniserregend, sondern unbedenklich.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen zum relevanten Gesundheitsthema und ist daher nicht zur Selbstdiagnose, Behandlung oder Medikation gedacht. Es ersetzt auf keinen Fall einen Arztbesuch. Unsere Redaktion ist leider nicht berechtigt, individuelle Fragen zu Krankheitsbildern zu beantworten.