Germany

Energiekosten: Habeck lehnt Gaspreisdeckelungen ab

Stand: 06.07.2022 16:00 Uhr

Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Meinungen zur Deckelung der Gaspreise. Bundeswirtschaftsminister Habek hat bereits deutlich gemacht, dass er eine Deckelung durch den Staat ablehnt. Das würde das falsche Signal senden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sprach sich gegen staatliche Gaspreisdeckelungen aus. Die hohen Preissteigerungen seien ein „externer Schock“ und könnten vom Staat nicht vollständig aufgefangen werden, sagte er am Rande der Internationalen Handwerksmesse in München. „Das wird das Land in der einen oder anderen Form tragen müssen. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre die Preisobergrenze laut Wirtschaftsminister ein falsches Signal: “Eine Preisobergrenze wäre ein Signal für ein knappes Gut: Energie ist nicht wertvoll, nimm dir davon, was du willst”, sagte Habek .

Es gebe kein Marktproblem bei den Gaslieferungen, weil die hohen Preise viel Gas für Europa „aufgesaugt“ hätten, sagte Habek. „Das ist ein physikalisches Problem, das Gas muss nur hinkommen.“ Im Gegensatz zu Italien gibt es in Deutschland noch kein LNG-Terminal. “Natürlich müssen wir mehr bekommen”, sagte Habeck. Der Winter wird auch für private Verbraucher eine Herausforderung. „Es stehen noch gewaltige Preissteigerungen bevor.“ Die Bundesregierung wolle aber dafür sorgen, dass die Lasten der hohen Gaspreise „gerecht“ verteilt werden, so der Minister. Aber er ging nicht ins Detail.

Die Situation der Gasspeicherung in Deutschland

Daniel Sprehe, NDR, Tagesschau 17:00, 6. Juli 2022

Weniger Gasverbrauch

Habeck ist mit den bisherigen Energieeinsparungen in Deutschland zufrieden. Insgesamt funktioniere es besser als erwartet, sagte der Grünen-Politiker. Im ersten Halbjahr 2022 wurde im Vergleich zum Vorjahr 14 Prozent weniger Energie verbraucht. Auch wenn man davon wegen des warmen Winters etwas abzieht, war der Verbrauch um fast zehn Prozent niedriger.

Eine Megawattstunde Erdgas kostet am niederländischen Gashandelspunkt TTF bis zum Liefertermin im Februar 2023 derzeit zwischen 160 und 170 Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie vor Kriegsbeginn in der Ukraine. Im Vergleich zum Vorjahr fallen die Steigerungen sogar noch höher aus, der Preis stieg etwa um den Faktor sieben. Allerdings dürften die Preise für Endkunden nicht so stark steigen, da sie andere Preisbestandteile enthalten, die unabhängig vom börsennotierten Gaspreis sind.