Veröffentlicht 11. Juli 2022, 05:08
Schweizer Belegschaft brodelt: Es kursiert ein Screenshot, der angeblich zeigt, wie ein Mitglied der Geschäftsleitung während der Arbeit Pornos geschaut hat. Die Fluggesellschaft schützt den Mitarbeiter.
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Die Schweiz durchlebt schwere Zeiten.
AFP
Es herrscht akuter Personalmangel, viele Flüge mussten bereits gestrichen werden.
20 Minuten/Michael Scherer
Jetzt sorgt ein älterer Screenshot für weitere Aufregung: Er soll einen Manager zeigen, der sich kurz vor einem Meeting mit der Belegschaft einen Porno anschaut.
Nachrichtenscout
Es sind schwierige Zeiten für die Airline-Industrie: Überall führt Personalmangel zu annullierten Flügen, unzufriedenen Kunden und vielen Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen. Nun bahnt sich ein weiteres Problem an: Ein brisanter Screenshot kursiert derzeit unter Schweizer Kabinenpersonal (siehe Fotostrecke oben). Es zeigt den Browserverlauf einer Schweizer Führungskraft. Er hatte seinen Bildschirm für ein All-in-Meeting mit den Mitarbeitern geteilt.
Nicht nur, was der Manager mit den Mitarbeitern teilen wollte, war sichtbar, sondern auch seine Browser-Historie – und die Seite „Cam4: Kostenlose Live-Sex-Cams“ ist prominent dort. Für einen anwesenden Schweizer Beamten ist klar: «Er hat bei diesem Treffen jeglichen Respekt verloren. Er sollte ein Vorbild für die Mitarbeiter sein, aber er ist es nicht mehr.”
“Wir können es nicht mehr ernst nehmen”
Dem Mitarbeiter, der gerade aktiv den Screenshot teilt, macht es nichts aus, dass das Teammitglied Pornos angeschaut hat. „Es ist sein Recht und es ist nicht tragisch. Aber diverse Vorschriften verlangen von uns, uns dezent zu kleiden, vorbildlich zu verhalten und die Schweizer Marke und Werte zu wahren», sagt der Funktionär.
Das geht so weit, dass sie maximal zwei Ohrringe pro Ohr tragen und ihre Fingernägel nicht länger als fünf Millimeter sein dürfen. „Und ausgerechnet er, der in seiner Rolle eigentlich der oberste Hüter der Marke sein sollte, hat diese Werte aus Mitarbeitersicht untergraben.“ Die Belegschaft habe den Respekt verloren. “Wir können ihn nicht mehr ernst nehmen.”
Screenshot ist jetzt über ein Jahr alt
Dem Schweizer ist der Vorfall bekannt. Der Screenshot wurde jedoch bereits im Frühjahr 2021 aufgenommen. „Der Betroffene ist auf den Screenshot aufmerksam geworden und hat uns umgehend informiert“, sagte Mediensprecherin Karin Montani. Es gab vereinzelte Rückmeldungen von Mitarbeitern und die Angelegenheit wurde mit dem Mitarbeiter besprochen.
„Die Beurteilung lautete, dass es sich um einen bedauerlichen, aber harmlosen Vorfall handelte, der keine Straftat darstellte und die berufliche Tätigkeit der betroffenen Person nicht beeinträchtigte. Wir sehen daher von weiteren Kommentaren zu diesem Thema ab“, sagt Montani.
Swiss ist sich der herausfordernden Situation für die Flugbegleiter bewusst und hat im April verschiedene Massnahmen ergriffen, um der Stresssituation entgegenzuwirken. Dazu gehören zwei Übernachtungen in San Francisco und Los Angeles, Anpassungen des Langstreckendienstes, Zulage für vorzeitige Abreise und verspätete Ankunft sowie Überstundenzulage.
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