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Künstliche Einnahme kann sehr gesundheitsschädlich sein

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Erstellt: 12.07.2022, 04:49 Uhr

Von: Sophia Lotter

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Vitamin-D-Mangel kann das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung erhöhen. (Symbolfoto) © Michael Bihlmayer/Imago Images

Vitamin D ist wichtig für die Gesundheit. Mit Nahrungsergänzungsmitteln kann einem Mangel vorgebeugt werden. Aber Vorsicht: Auch das kann schädlich sein.

Frankfurt – Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn das Wetter kalt und ungemütlich ist, werden nur wenige Menschen nach draußen gefahren. Das Homeoffice in Zeiten der Corona-Pandemie führt auch dazu, dass immer weniger Menschen ins Freie gehen. Dies ist besonders gefährlich für die Gesundheit. Denn der menschliche Körper benötigt unter anderem Sonnenlicht, um ein wichtiges Vitamin herzustellen: Vitamin D.

Für den Menschen ist es enorm wichtig, da es den Phosphat- und Calciumstoffwechsel reguliert und somit zur Knochenhärtung beiträgt. Vitamin D unterstützt auch die Funktion des Immunsystems und beeinflusst die Muskelkraft.

Daher kann ein Vitamin-D-Mangel gesundheitsschädlich sein. Wie die Ärztzeitung resümiert, wird die Liste der möglicherweise mit dem Mangel zusammenhängenden Erkrankungen immer länger. Darunter fallen Erkrankungen wie Infektanfälligkeit, Muskelschwäche, Herzinfarkt, Diabetes, Rheuma, Depressionen, Alzheimer und Multiple Sklerose. Doch wann liegt ein Defizit vor und was ist dagegen zu tun?

Gesundheit: Vitamin-D-Mangel vorbeugen – So geht’s ohne Pillen & Co

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt ein Mangel vor, wenn die Serumkonzentration des Markers 25-Hydroxyvitamin D unter 30 Nanomol pro Liter Serum liegt. Für die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist ein solches Defizit nicht der Fall. Fast 60 Prozent der Deutschen erreichen jedoch nicht die bestmögliche Konzentration im Blut von 50 Nanomol pro Liter Serum, betont die Fachgesellschaft.

Infolgedessen nutzt mehr als die Hälfte nicht das volle Gesundheitspotenzial von Vitamin D. Aber Pillen und Nahrungsergänzungsmittel werden gesunden Menschen nicht unbedingt empfohlen, sagen Experten. Denn die Bildung des Vitamins kann durch eine angepasste Lebensweise und gezielte Ernährung gefördert werden.

Vitamin D: Wie viel Sonnenlicht wird benötigt?

Sonnenlicht auf der Haut kann dem Körper ausreichen, um die notwendige Menge an Vitamin D zu produzieren. Wie viel des wichtigen Vitamins tatsächlich produziert wird, hängt jedoch von Faktoren wie Jahreszeit, Wetter, Kleidung und Hauttyp ab. Die Hinweise der DGE sind daher nur als Richtwerte zu verstehen. Zwischen März und Mai reichen in Deutschland je nach Hauttyp etwa zehn bis 25 Minuten Sonnenbaden aus. Etwa ein Viertel der Körperoberfläche sollte der Sonne ausgesetzt sein, zum Beispiel ein Teil der Arme und Beine, der Hände und des Gesichts.

Der in der Tabelle genannte Hauttyp bezieht sich auf „helle bis sehr helle Hautfarbe, hellrote oder blonde Haare und blaue oder grüne Augen“ für Hauttyp eins und zwei. Ein dritter Hauttyp ist „mittlerer Hautton, dunkles Haar und braune Augen“. Für andere Hauttypen listet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung keine Daten auf.

März bis Mai: 10-20 Minuten März bis Mai: 15-25 Minuten Juni bis August: 5-10 Minuten Juni bis August: 10-15 Minuten September bis Oktober: 10-20 Minuten September bis Oktober: 15-25 Minuten Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) )

Vitamin-D-Mangel vorbeugen: Diese Lebensmittel haben eine hohe Konzentration des Vitamins

Diese Richtwerte gelten allerdings nur für den Zeitraum zwischen März und Oktober. Doch wie verhält man sich in der dunklen Jahreszeit am besten? Natürlich hilft es auch, im Winter in der Sonne zu sitzen, aber da der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen sehr flach ist, kommt es nicht unbedingt zu einer nennenswerten Produktion des Vitamins, wie die „Ärztezeitung“ berichtet. Das Gute an Vitamin D ist, dass es im Körper gespeichert werden kann. Wer sich also im Sommer mit dem Vitamin eindeckt, kann in den kälteren, sonnenarmen Monaten darauf zurückgreifen.

Aber auch die richtige Ernährung kann helfen, den Vitamin-D-Spiegel anzukurbeln: Die Konzentration dieses wichtigen Vitamins ist in fettem Fisch wie Hering und Lachs am größten. Eier haben auch eine signifikante Konzentration. Auch verschiedene Pilze und Leber sind zu empfehlen. Allerdings betont beispielsweise das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ (BfR), dass die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Im Fokus steht nach wie vor die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht.

Hering 7,80-25,00 Lachs 16,00 Hühnerei gelb 5,60 Makrele 4,00 Hühnerei gesamt 2,90 Herantella-Pilze 2,10 Champignons 1,90 Rinderleber 1,70 Gouda, 45% F. i. Tr.1.30 Oil1.20 Quelle: BfR nach Souci/Fachmann/Kraut, 2008.

Zu viel Vitamin D: Eine Überdosierung kann gesundheitsschädlich sein

Es gibt nicht nur Vitamin-D-Pillen und Nahrungsergänzungsmittel, manche Lebensmittel sind inzwischen auch mit Vitamin D angereichert. Das BfR betont jedoch, dass die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel nur dann zu empfehlen ist, wenn ein nachgewiesener Vitamin-D-Mangel vorliegt und sich der Spiegel nicht durch Nahrung oder Exposition verbessern lässt in der Sonne. Und das aus einem einfachen Grund.

Eine Überversorgung mit Vitamin D kann negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ warnt: „Bei einer regelmäßigen täglichen Zufuhr von mehr als 100 Mikrogramm Vitamin D, die bei normalen Ernährungsgewohnheiten derzeit nur durch eine übermäßige Einnahme von Vitamin-D-Präparaten möglich ist, können Nebenwirkungen wie Nierenbildung auftreten Steine ​​oder Verkalkungen auftreten. Aus medizinischen Gründen kann jedoch eine höhere Zufuhr von Vitamin D medizinisch indiziert sein.

Neben zahlreichen Studien hat nun auch das Bundesinstitut für Risikobewertung den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung erkannt.

Vitamin-D-Mangel bei Risikogruppen: Wenn Experten Tabletten und Co. empfehlen

Einige Personengruppen gehören jedoch zu den Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel, beispielsweise Personen, die sich aus gesundheitlichen oder anderen Gründen (z. B. krankheitsbedingt) möglicherweise nur wenig im Freien aufhalten. Laut BfR Menschen, die aus kulturellen oder religiösen Gründen das Haus nur mit vollständig verhülltem Körper verlassen, oder Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Auch ältere Menschen gehören zur Risikogruppe, da die Bildung von Vitamin D im Körper mit zunehmendem Alter abnimmt. Neben älteren Menschen fallen auch viele junge Menschen in die Risikogruppe. Denn Babys bekommen das Vitamin nur sehr gering über die Muttermilch zugeführt und sollten möglichst vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Für diese Risikogruppen empfiehlt sich eine Vitamin-D-Ergänzung, allerdings nur, wenn ein Mangel festgestellt wird und der Arzt dies empfiehlt, um den Vitaminspiegel zu verbessern. (Sophia Lotter)

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keinen Arztbesuch. Nur ein Facharzt kann die richtige Diagnose stellen und die entsprechende Behandlung verschreiben. Die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt besprochen werden.