Quintero versteckte sich im Gebüsch
„Drogenboss der Drogenbosse“ in Mexiko festgenommen.
Er war einst einer der mächtigsten Verbrecher Mexikos, jetzt wird er im Gebüsch aufgespürt: Rafael Caro Quintero, der von den USA meistgesuchte mexikanische Drogenboss, ist in Mexiko erneut festgenommen worden.
Gepostet: 06:46 Uhr
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Aktualisiert: 06:57
Das bestätigte die Marine des nordamerikanischen Landes am Freitag (Ortszeit). Laut einer Navy-Erklärung spürte Trainingshund Max Caro Quintero auf, die in den 1980er Jahren wie Pablo Escobar in Kolumbien als “narco de narcos” (“Drogenboss der Drogenbarone”) galt. Videoaufnahmen zeigten, wie Caro Quintero in Jeans und Hemd weggebracht wurde.
US-Justizminister Merrick B. Garland dankte den mexikanischen Behörden in einer Erklärung des US-Justizministeriums für die Festnahme der 69-jährigen Caro Quintero. Sie wollen seine sofortige Auslieferung an die USA fordern, damit er dort vor Gericht gestellt werden kann.
20 Millionen Dollar Preisgeld
1985 befahl Caro Quintero die Ermordung von Enrique „Kiki“ Camarena, einem Beamten der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration. Der Mitbegründer des ehemaligen Guadalajara-Kartells, Mexikos erstem großen Drogenkartell, ist seit 2013 auf der Flucht.
Damals wurde er nach 28 von 40 Jahren Haft wegen angeblicher Verfahrensfehler freigelassen. Der Oberste Gerichtshof von Mexiko hob diese Entscheidung auf, aber bis dahin war Caro Quintero untergetaucht. Das Außenministerium in Washington hat ein Kopfgeld von 20 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. „Die Verhaftung ist sehr, sehr wichtig für die Vereinigten Staaten, weil Caro Quintero der Drahtzieher hinter der Ermordung unseres Agenten Enrique ‚Kiki‘ Camarena war“, sagte Mike Vigil, ehemaliger DEA-Chef für internationale Operationen, gegenüber Sin Embargo.
Der Drogenboss wurde am Freitag in der Bergstadt San Simon im nordwestlichen Bundesstaat Sinaloa von der Marine festgenommen. Er soll im Hochsicherheitsgefängnis in Almoloya, 85 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, untergebracht werden. Zuletzt soll er das kleinere Caborca-Kartell angeführt haben.
Heli stürzt nach Stalling ab
Beim Absturz eines Navy-Hubschraubers nach der Festnahme von Caro Quinteros kamen ebenfalls in Sinaloa 14 Passagiere ums Leben. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador bedauerte den Verlust und drückte den Familien der Opfer in den sozialen Medien sein Beileid aus. Auch ein Polizist wurde schwer verletzt. Alle würden die Verhaftungsbemühungen unterstützen. Der Absturz ereignete sich dann bei der Landung im Dorf Los Mochis, und die Ursache wird untersucht.
Vor wenigen Tagen wurde López Obrador bei einem offiziellen Besuch in Washington von seinem amerikanischen Amtskollegen Joe Biden empfangen. Die Verhaftung von Mexikos einst mächtigstem Drogenboss könnte als Geste des guten Willens von Mexiko an Washington interpretiert werden, nachdem es zu Spannungen um Sicherheit, Investitionen und Migration gekommen war.
Nach Angaben der International Crisis Group operieren etwa 200 kriminelle Gruppen in Mexiko. Sie sind unter anderem in Drogenhandel, Entführung, Erpressung und Benzindiebstahl verwickelt. Einige kämpfen auch um die Kontrolle über legitime Unternehmen wie den Avocado-Anbau. Seit der nordamerikanische Staat 2006 den sogenannten Drogenkrieg führte, hat die Spirale der Gewalt Hunderttausende von Menschenleben gefordert. Mehr als 100.000 Menschen gelten in Mexiko als vermisst. (SDA)
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