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Vergleich: Gründer Richard Eisler wurde mit Gefängnis gedroht

Wenn Sie eine Versicherung abschliessen möchten oder ein neues Handy-Abo benötigen, besuchen Sie die Comparis-Website. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der Online-Vergleichsdienst der Goldstandard für Preistransparenz in der Schweiz: Heute verzeichnet das Portal 80 Millionen Besuche. Dies macht es zu einer der beliebtesten Websites im ganzen Land.

Wegen des Risikos einer massiven Erhöhung der Krankenkassenprämien dürfte die Zahl der Nutzer im Herbst noch einmal sprunghaft ansteigen. Doch nun ziehen für immer dunkle Wolken über Comparis auf. Es drohen sogar Konflikte an mehreren Fronten. Mit sehr ungewissem Ausgang.

Entschädigungsstreit

Gründer Richard Eisler sagt, es gebe einen haltlosen Angriff auf sein bewährtes, völlig transparentes Geschäftsmodell: “Es ist wirklich sehr enttäuschend.”

Was ist passiert?

Auf der einen Seite stand der Streit mit der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma. Der Konflikt schwelt seit mehr als einem Jahr. Dabei geht es im Wesentlichen um die beliebten Versicherungsvergleiche. Jedes Mal, wenn Benutzer ein Angebot anfordern, verdient die Plattform Geld. Comparis-Gründer Eisler nennt das „Adressrückgabeentschädigung“. Die Finma betrachtet dies als Courtage, wie sie auch von Brokern erhoben wird.

Nun verlangen die Behörden, dass sich Comparis als Versicherungsmakler registrieren lässt. Der Vergleichsdienst läuft derzeit unerlaubt. Daran denkt Eisler aber nicht. Er wolle für sein Lebenswerk kämpfen und sei bereit, die möglichen negativen Folgen zu tragen, sagt er dem SonntagsBlick. Seiner Einschätzung nach drohen Geldstrafen von bis zu einer halben Million Franken, sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.

Allein im Kampf

Um seine Kollegen im Falle einer Niederlage vor Justicias Schwert zu schützen, forderte Eisler sie in diesem Sommer auf, aus dem Vorstand auszuscheiden. Also zieht der Hauptmann allein in die Schlacht. Notfalls werde er die Sache vor das Bundesverwaltungsgericht bringen.

Die Finma schweigt zum Fall Comparis. „Wie üblich kommentieren wir die Details unserer Aufsichtstätigkeit nicht“, sagte Mediensprecher Vincenzo Mattis.

Grundsätzlich können Versicherungsvermittler, die weder rechtlich noch wirtschaftlich an ein Versicherungsunternehmen gebunden sind, ihre Tätigkeit erst nach erfolgreicher Registrierung aufnehmen. Wie Versicherungsmakler ihre Dienstleistungen für Kunden erbringen, ist irrelevant. Mattis weiter: „Entscheidend ist das verfolgte Geschäftsmodell.“

Günstige Preise dank Vergleich

Richard Eisler lehnt diese zusätzliche Regelung ab. Sie basiert auf einem Rechtsgutachten, das zum Schluss kommt, dass Comparis kein Versicherungsmakler ist. Der Gründer ist überzeugt, dass Konsumenten dank Comparis jedes Jahr mehrere Milliarden Franken sparen: «Wenn die Leute Prämien vergleichen, hält das die Preise tief, weil die Anbieter zu strengen Kalkulationen gezwungen werden.» Wenn er jetzt nur seine Spuren hinterlasse, werde es eine echte geben Gefahr, dass die Finma aktiv in die Darstellung von Vergleichen eingreift. Eisler: «Das bedroht letztlich die Existenz von Comparis.»

Der Streit mit der Finma ist nur einer der Gründe für Eislers Wut. Der Preiswächter hat einen zweiten Streit. Gegner ist in diesem Fall Stefan Meyerhans, der offizielle Preisüberwacher der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Er verdächtigt Comparis unangemessen überhöhte Preise für Angebotsanfragen für Auto- und Hausratversicherungen.

Versicherer rufen Preismonitore an

Am 23. Juni traf eine Bestellung in der Comparis-Zentrale ein. Darin fragt der Preismonitor nach den Geschäftsberichten und allen Informationen zu Umsätzen, Kosten und Margen. «Comparis kann entweder die verlangten Daten und Unterlagen zur Verfügung stellen oder den Entscheid vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten», sagt Beat Niederhauser, stellvertretender Preisüberwacher.

Richard Eisler will Meyerhans die nötigen Daten “soweit wir sie haben” zukommen lassen. Die „Aufregung über Preisanpassungen“ könne er allerdings nicht nachvollziehen. Schließlich korrigieren die Preise zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder. Grund sind die erhöhten Kosten. „Der Preismonitor soll mir ein Unternehmen der Finanz- oder Versicherungsbranche zeigen, das seine Preise in den letzten zehn Jahren nie angepasst hat.“

Für die Kunden ändert sich jedenfalls nichts, sagt Richard Eisler. Die Informationssuchenden bekamen die Angebote dennoch umsonst.

Klagen über Preiserhöhungen kommen laut Comparis-Gründer von Versicherern. „Eigentlich habe ich immer gedacht, dass Price Monitor die Verbraucher vor zu hohen Gebühren schützt – nicht milliardenschwere Versicherungsunternehmen vor einem Vergleichsdienst.“

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