Veröffentlicht 17. Juli 2022, 02:50 Uhr
Strom-Notfallplan: Bei Engpässen müssen 130 Migros-Filialen schliessen
Fällt der Strom aus, zieht der Bund die Schnur. In der Praxis bedeutet dies, dass auch einige Supermärkte geschlossen werden. Ende August soll die Bundesregierung über die genauen Maßnahmen informieren.
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Bei Stromausfall muss jede fünfte Migros-Filiale schliessen. (Symbolbild)
IMAGO/SEPA.Media
Das Szenario muss nicht eintreten, aber aufgrund verschiedener Faktoren besteht ein erhebliches Risiko von Energieengpässen.
imago images/Andreas Haas
Die drohende Stromknappheit hält Staat und Gesellschaft auf Trab. Wie die „Sonntagszeitung“ berichtet, hätte eine echte Stromknappheit nicht nur für die Bevölkerung Folgen. Für die Migros würde dies bedeuten, dass der Grossist nicht weniger als jede fünfte Filiale schliessen müsste. Von den aktuell 658 Migros-Märkten müssen 130 Läden geschlossen werden, erfuhr die Zeitung von den Energiekonzernen.
Kühlregale, Beleuchtung, Aufzüge und alles, was Einzelhandelsgeschäfte unterstützt, verbraucht Strom. Trotz drohender Schliessung wird die Lebensmittellieferung durch die Migros gewährleistet. Laut Sonntagszeitung arbeitet Koop an laufenden Notfallplänen und steht mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesbeschaffung (BWL) in Kontakt.
Der Notfallplan des Bundes sieht einen vierstufigen Eskalationsplan für den Fall einer echten Stromknappheit vor. Dazu gehören Forderungen nach Sparmaßnahmen, Deckelungen, Quoten und Netzabschaltungen. Private Haushalte sind von den Quoten nicht betroffen. Straßenlaternen können ausgeschaltet werden, und Ladenbesitzer müssen möglicherweise die Fensterbeleuchtung ausschalten.
Einzelne Standorte werden komplett geschlossen
Auch ein BWL-Sprecher bestätigte gegenüber der „Sonntagszeitung“, dass „im Falle einer Stromknappheit Unternehmen von Managementmaßnahmen betroffen sein können“. Ende August soll die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte und die genauen Maßnahmen informiert werden. Die Migros äußerte sich gegenüber der Zeitung nicht zu konkreten Massnahmen.
Laut einer Studie der „Sonntagszeitung“ müssen Unternehmen damit rechnen, ihren Stromverbrauch auf 80 Prozent des Normalbedarfs zu senken. Die drohende Stromknappheit wird immer realer. Verschiedene Faktoren wie der Krieg in der Ukraine, russische Gasvorräte und niedrige Lagerstättenstände sowie mögliche Importbeschränkungen erhöhen das Risiko.
(System)
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