Mit dem OnePlus Nord 2 hat OnePlus im vergangenen Jahr eines der besten Pakete in der oberen Mittelklasse geschnürt. Unter der Marke „Nord“ fand der einstige Preis-Leistungs-Champion OnePlus zurück zu seinen Wurzeln und stellte einen rundum gelungenen „Flaggschiff-Killer“ vor. Aber das ist nicht alles. Nord Brandig wagt sich in noch günstigere Bereiche vor und stellt das OnePlus Nord CE 2 für die Mittelklasse vor. “Basic Edition” ohne viel Schnickschnack. Ein auf das Wesentliche reduziertes Smartphone. OnePlus hat bereits ein Smartphone darunter gestellt. OnePlus bietet Core Edition mit Lite-Version. Also gewissermaßen “Lite Lite” OnePlus. Und genau das testet die Core Edition Lite heute. Was vom OnePlus Spirit nach zwei Lites noch übrig ist, erfahrt ihr jetzt im OnePlus Nord CE 2 Lite Test.
Gestaltung und Verarbeitung
Das OnePlus Nord CE 2 Lite misst 164 x 75,6 x 8,5 Millimeter und wiegt 195 Gramm. Beim Design sieht man zwar, zu welcher Serie das Gerät gehört, es unterscheidet sich aber recht deutlich von seinen teureren Pendants. Der elegant gerundete Kamerahügel bleibt so groß wie beim Nord 2 CE, endet aber mit einer scharfen Kante. Man spürt es auf jeden Fall, eine leichte Rundung hätte wahrscheinlich besser ausgesehen und sich besser angefühlt. Insgesamt war mein erster Eindruck von dem von uns getesteten mattschwarzen Nord CE 2 Lite: „Oh, das sieht billig aus.“
Ein helles mattes Schwarz ist auf den ersten Blick als Kunststoff zu erkennen und ein leichtes Klopfen auf der Rückseite klingt auch billig. Der Farbton gefällt mir eigentlich sehr gut, und auf den ersten Blick mag der große Kamerabuckel mit den zwei dicken runden Kamerasensoren wie ein teureres Gerät aussehen, aber das OnePlus Nord 2 CE fühlt sich etwas billiger an als die Konkurrenz in der Hand.
Die Handhabung ist noch weitgehend gut. Die Kunststoffrückseite geht schön abgerundet in den schwarzen Kunststoffrahmen über, der Übergang vom Rahmen zum Display ist leicht scharf, aber absolut passgenau. Auf der linken Seite des Rahmens befinden sich zwei Lautstärkeregler. An der Unterseite befindet sich ein einzelner Monolautsprecher und eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Auf der Oberseite befindet sich ein Mikrofon und auf der rechten Seite der Einschaltknopf. Es sitzt in einer bequemen Fingernische und fungiert gleichzeitig als Fingerabdrucksensor. Die Erkennungsrate ist gut und der Entsperrvorgang schnell. Alternativ ist Face-Unlock auch über die Frontkamera verfügbar und erledigt die Arbeit zufriedenstellend und schnell.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Handy selbst das typische Ladekabel in OnePlus-Rot, ein passendes USB-A-Netzteil und einige Unterlagen. Wird mit einer durchsichtigen Silikonhülle geliefert. Auf dem Display ist werkseitig eine Schutzfolie angebracht. Allerdings ist es eindeutig eine schlechtere Marke, was sich an der hohen Kratzanfälligkeit und den scharfen Kanten ablesen lässt.
OnePlus Nord CE 2 Lite-Display
Beim Display hat OnePlus wohl wieder das Gefühl, Kompromisse eingehen zu können. Das Nord 2 hat ein 90Hz AMOLED Panel, das auch dem OnePlus Nord CE 2 vorbehalten ist. Allerdings hat das CE 2 Lite nur IPS, zumindest mit 120Hz Bildwiederholfrequenz. Inhalte auf dem 6,59 Zoll großen Full-HD-Display (2412 x 1080 Pixel, 401 Pixel pro Zoll) sehen extrem flüssig aus, aber die lebendigen Farben und echten Schwarzwerte eines OLED-Panels kann ich nicht wettmachen. Neben OLED entfällt auch das Always-On-Display und auch die Benachrichtigungs-LED kommt beim OnePlus Nord CE 2 Lite nicht zum Einsatz.
Die Helligkeit ist mit 515 Lux bescheiden. Dank Widevine L1 ist es kein Problem, auf allen kostenpflichtigen Streaming-Apps in HD zu streamen. Die Farbwiedergabe der Anzeige ist standardmäßig auf Lebhaft eingestellt, alternativ steht Natur zur Verfügung. Allerdings sind die Farben von Natur aus wirklich sehr blass. Auch bei Lively sind die Farben nicht zu kräftig. Alternativ kann die Farbtemperatur des Bildschirms auch manuell eingestellt werden.
Displayhelligkeit (in Lux) Einheit: Lux
Die Ränder um das Display messen oben und seitlich 3 Millimeter und unterhalb des Displays 5 Millimeter. OnePlus platziert die Frontkamera in der oberen linken Ecke des Displays. Sein Durchmesser beträgt bis zu 5 Millimeter.
Hardware und Systeme
Das OnePlus Nord CE 2 Lite wird vom Qualcomm Snapdragon 695 angetrieben, der von TSMC in einem 6-nm-Prozess hergestellt wird. Der Octa-Core verfügt über zwei leistungsstarke Kyro 660 Gold-Kerne mit einer maximalen Taktfrequenz von 2,2 GHz und sechs stromsparende Kyro 660 Silver-Kerne mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,7 GHz. Für grafisch anspruchsvolle Aufgaben ist Adreno 619 GPU an Bord. Der Chip kommt auch im Redmi Note 11 Pro 5G und Poco X4 Pro zum Einsatz. Bisher konnte uns der Chip mit zufriedenstellender Leistung erfreuen, er ist genau die richtige Wahl, um ein Smartphone für “einfache” Aufgaben zu verwalten. In den Benchmarks schneidet das OnePlus Nord 2 CE Lite wie folgt ab:
Antutu Geekbench Single Geekbench Multi 3D Mark (Slingshot) 3D Mark (Wildlife)
Der Snapdragon 695 macht insgesamt einen ordentlichen Job. Im System sind Sie immer verzögerungsfrei unterwegs und das 120-Hz-Display trägt zu einem flüssigen Betrieb bei. Werden die Aufgaben anspruchsvoller, bringt man den Mittelklasse-Prozessor spätestens bei modernen 3D-Titeln an den Rand seiner Leistungsfähigkeit. Mit niedrigen Einstellungen können Sie immer noch Einzelbilder wiedergeben, aber Sie können nicht viel mehr tun. Der Prozessor hat keine Wärmeprobleme und bewältigt problemlos mehrere Benchmarks.
Der Speicher basiert auf 6 GB LPDDR4X-Speicher und 128 GB UFS2.2-Festplatte. Mit einer microSD-Karte lässt sich der Speicherplatz erweitern, dafür opfert man aber einen der beiden Nano-SIM-Kartenslots. Die Speichergeschwindigkeiten sind mit 460 MB/s Lesen und 112 MB/s Schreiben nicht gerade erstaunlich.
OnePlus Nord CE 2 Lite-System
Systemseitig haben wir OxygenOS 12.1 auf Basis von Android 12 auf dem OnePlus Nord CE 2 Lite getestet. Die genaue Bezeichnung lautet CPH2409_11_A.08. Nach der Fusion mit Oppo ist die einst beliebte Android-Software von OnePlus nicht mehr auf dem Vormarsch. ColorOS und OxygenOS verschwimmen weiter, und damit wächst die Distanz zwischen OxygenOS und Standard-Android.
Ich habe wenig Erfahrung mit OxygenOS und konnte dem System unvoreingenommen begegnen. Und ehrlich gesagt ist es gar nicht so schlimm. Wer allgemein mit Android vertraut ist, wird mit OxygenOS weiterhin gut zurechtkommen. Das ganze System läuft absolut flüssig, Bloatware braucht man nicht zu befürchten. OnePlus verspricht Sicherheitsupdates und zwei große Android-Updates in drei Jahren.
OnePlus Nord CE 2 Lite Kamera
Auch das OnePlus Nord CE 2 ist mit einer Ultraweitwinkelkamera ausgestattet. Mit dem Umstieg auf die Lite-Version der Core Edition hält OnePlus dies nicht mehr für notwendig. OnePlus Nord 2 CE Lite ist mit nur einer Hauptkamera ausgestattet. Es hat auch einen Tiefensensor und einen Papiermakrosensor. Der Makrosensor ist völlig unnötig, der Bokeh-Sensor verrichtet seine Arbeit aber sehr zuverlässig. Aber bevor wir zu den Bildern kommen, hier nochmal die Kamera-Specs:
- Hauptkamera: 64 MP, f/1.79, Pixelgröße: 0,7 µm/64 M; 1,4 µm (4-in-1) / 16 MP, Autofokus: PDAF + CAF
- Video: 4K/30fps, 1080p/60fps, Zeitlupe: 720p/240fps, Stabilisierung: EIS
- Makro: 2MP (GalaxyCore gc02m1), f/2.4
- Bokeh: 2 MP (GalaxyCore gc02m1), Blende 2,4
- Selfie: Sony IMX471, 16 MP, f/2.45, Pixelgröße: 1,0 µm
- Video: 1080p/60fps, Stabilisierung: EI
Damit entspricht das OnePlus Nord 2 CE Lite in Sachen verbauter Sensoren der normalen Core Edition, knausert aber bei der Ultra-Wide-Kamera. Eric hat es bereits in seinem Testbericht zum OnePlus Nord CE 2 gesagt, und ich kann es hier bestätigen: Die Hauptkamera macht bei schönem Wetter wirklich gute Bilder, aber die Bedingungen werden härter, aber es ist klar, warum das OnePlus Nord 2 die bevorzugt 50 MP Sony IMX766-Kits. So, genug der großen Worte. Kommen wir zu den Fotos.
Hauptkamera Tageslicht
Wenn die Bedingungen stimmen, werden die Aufnahmen mit dem OnePlus Nord 2 CE Lite wirklich beeindruckend. Alle oben gezeigten Bilder wurden ohne HDR und AI aufgenommen. Es ist etwas unpraktisch, dass die Kamera bei jedem Neustart in den Auto-HDR-Modus zurückkehrt. Es hat eine Vorliebe für übermäßig kontrastreiche Bilder, aber dazu gleich mehr. Lässt man den Modus bewusst weg, ist die Farbwiedergabe realistischer. Das sieht sehr gut aus, besonders in der Sonne. Werden die Verhältnisse komplizierter, verblasst dieser Eindruck. Mit einem hohen Dynamikumfang gibt das Gerät sein Bestes, per Software nachzuregeln, was aber stellenweise zu Rauschen führt. Auch auf dem Computerbildschirm überzeugt die Schärfe der Bilder. Insgesamt leistet der 64-Megapixel-Sensor eine gute Leistung.
Vergrößern Sie die Hauptkamera
Für die Zoom-Aufnahme ist die Hauptkamera im OnePlus Nord CE 2 Lite zuständig. Das Handy vergrößert ihre Fotos digital, wie es bei Handys ohne zusätzlichen Telesensor üblich ist. Leider fällt auf, dass die Farbgebung uneinheitlich ist. Dies sollte eigentlich kein Problem darstellen, da Zoom-Fotos von derselben Kamera aufgenommen werden wie normale Fotos. In der Praxis sind die vergrößerten Bilder jedoch deutlich wärmer und zeigen…
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