Meinung Statt Preisstabilität
Nun wird der Euro zum Pfund – und die EZB endgültig zur Bad Bank
Stand: 14:21 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
„Ich hoffe, dass die EZB die Zinsen kräftig anhebt“
Der Euro fiel erstmals seit 20 Jahren auf das Niveau des Dollars. Während des Handels in London erreichten Euro und Dollar die Parität, einen Eins-zu-eins-Wechselkurs. Grund ist laut Kapitalmarktanalyst Robert Halver die Euro-Schwäche.
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Die EZB bereitet eine Zinswende vor. Doch statt die Inflation mit aller Macht zu bekämpfen, soll ein neues Instrument den Schuldensündern helfen. Damit wird die EZB endgültig zu Europas Bad Bank für allen Müll – und aus Deutschland ist kein Einspruch zu hören.
Dies ist eine entscheidende Woche für den Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag endlich mit der Zinsänderung beginnen. Bei einer Rekordinflation von gut acht Prozent bleibt den Währungshütern kaum eine andere Wahl. Denn je länger Sie die Preise bewegen lassen, desto mehr entwickeln sie sich. Da die EZB deutlich später reagierte als andere Notenbanken, muss sie die Zügel jetzt kräftig anziehen.
Doch inflationsgeplagte Bürger dürften vergeblich auf das Eingreifen der Notenbanker warten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass die galoppierenden Preise bei weitem nicht ihre größte Sorge sind. Das Hauptaugenmerk der Französin gilt der fragilen Finanzlage von Universitätsländern wie Italien und Griechenland.
Eine Schuldenlast von 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und mehr droht bei steigenden Zinsen untragbar zu werden. Zumal Investoren immer höhere Risikoprämien verlangen, wenn sie nicht an die Kreditwürdigkeit eines Landes glauben.
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Nach dem Motto „Vergeude niemals eine gute Krise“ bereitet sich Lagarde darauf vor, die erneute Krise durch Russlands Angriffskrieg zu nutzen, um einen großen Schritt in Richtung monetäre Staatsfinanzierung zu gehen. Zwar ist es der Notenbank ausdrücklich untersagt, einzelnen Ländern solche direkten Hilfen bei ihrer Verschuldung zu leisten. Doch mit dem Argument, es gehe ihr nur um die Rettung des gemeinsamen Währungsraums, arbeitet die EZB an einem neuen geldpolitischen Programm.
Dieses sogenannte Anti-Fragmentierungs-Tool soll dafür sorgen, dass Italien weiterhin zu ähnlich niedrigen Zinsen Kredite aufnehmen kann wie Deutschland. Dazu soll ein neues Anleihekaufprogramm aufgelegt werden, das dann bevorzugt die Papiere notorischer Schuldner aufkauft. So wird die EZB endgültig zur Bad Bank Europas, die den ganzen Schrott aufsaugt, der keinem anderen Investor mehr untergeschoben werden kann.
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Wo bleibt der Protest der Regierungen der solideren Staaten gegen diesen drohenden Vertragsbruch? Dass Bundeskanzler Olaf Scholz kürzlich den Bürgern in Lübeck sagte, die Inflation werde “noch lange ein Problem bleiben”, kann Lagarde durchaus als Hilfestellung werten.
Der deutsche Regierungschef drängt jedenfalls nicht darauf, dass die EZB endlich alles gegen steigende Preise tut. Passenderweise drängt die Vorsitzende der GSVP, Saskia Esken, darauf, dass auch Deutschland 2023 die Schuldenbremse beendet. In der Währungsunion macht das schlechte Beispiel Schule. Deshalb wird der Euro zum Pfund.
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