Bis: 28.07.2022 21:04
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Recht auf eine saubere Umwelt als eigenständiges Menschenrecht anerkannt. Vertreter bezeichneten die Resolution als „historisch“. Doch ob sich dadurch wirklich etwas ändert, ist unklar.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als eigenständiges Menschenrecht anerkannt. 161 Länder stimmten für die entsprechende Resolution, acht UN-Mitglieder enthielten sich der Stimme. UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte die Resolution einen “Meilenstein”.
„Die Resolution wird dazu beitragen, Umweltungerechtigkeiten zu verringern, Schutzlücken zu schließen und Menschen zu stärken, insbesondere Menschen in gefährdeten Situationen, wie Umweltschützer, Kinder, Jugendliche, Frauen und indigene Völker“, sagte Guterres. Die heutige Entscheidung zeigt, dass die internationale Gemeinschaft zusammenkommen kann, um die dreifache planetarische Krise des Klimawandels, des Verlusts der biologischen Vielfalt und der Umweltverschmutzung zu bekämpfen.
Bachelet: Regierungen sind verantwortlich
Ob die Lösung tatsächlich gelingt, ist allerdings unklar. Denn die Entscheidung ist für die Mitgliedsstaaten nicht rechtlich bindend. Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet sagte in Genf, es reiche nicht aus, nur das Recht auf eine gesunde Umwelt zu bekräftigen. „Die Resolution der Generalversammlung ist sehr klar: Die Staaten müssen ihre internationalen Verpflichtungen erfüllen und ihre Anstrengungen dafür verstärken.
Die Entscheidung spiegele wider, „dass alle Rechte mit der Gesundheit der Umwelt zusammenhängen“, sagte Bachelet. Jeder hat das „Recht zu essen, zu atmen und zu trinken, ohne seinen Körper zu vergiften“ und das Recht, ohne die Bedrohung durch den Zusammenbruch des Ökosystems und die Klimakatastrophe zu leben.
Bachelet forderte, dass es jetzt an der Zeit sei, Regierungen und Unternehmen für Umweltschäden zur Rechenschaft zu ziehen und die Rechte der am stärksten von Umweltzerstörung Betroffenen anzuerkennen und zu wahren.
Die Entschließung ist ein “historischer” Schritt
Vertreter der internationalen Gemeinschaft betrachten die Resolution selbst als Erfolg. Sie sprachen von einem “historischen” Schritt und einem Appell an Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen.
Der UN-Menschenrechtsrat hat im Oktober letzten Jahres das Recht auf eine saubere Umwelt als Menschenrecht anerkannt. Der Menschenrechtsrat ist ein Nebenorgan der Generalversammlung, in die regelmäßig 47 der 193 UN-Mitgliedsstaaten gewählt werden.
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