Am Freitag trafen sich US-Außenminister Anthony Blinken (60) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow (72) sprach zum ersten Mal seit Beginn des Krieges in der Ukraine.
THEMA DER ANRUFUNG: Ein US-Angebot an Russland, um die Freilassung der amerikanischen Basketballspielerin Brittney Greener (31) und des ehemaligen US-Marines Paul Whalen (52) zu erreichen, die beide in Russland inhaftiert sind.
Bereits am Mittwoch hatte die US-Regierung ein entsprechendes Angebot an Russland angekündigt – und vor Wochen auf den Tisch gelegt. Blinken kündigte auch an, mit Lawrow über dieses Thema sprechen zu wollen.
Aber er zögerte – er würde der Bitte nachkommen, mit den Vereinigten Staaten zu sprechen, „wenn es die Zeit erlaubt“, sagte Lawrow am Donnerstag nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS. Er habe derzeit einen vollen Terminkalender mit internationalen Kontakten, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums.
Endlich, am Freitagmorgen (Ortszeit), wenn es die Zeit erlaubte: Die beiden Außenminister telefonierten miteinander. Es sei ein „offenes und direktes Gespräch“ gewesen, sagte Blinken hinterher.
Details des Angebots der USA an Russland sind offiziell nicht bekannt. Doch die Entscheidung über den Vorschlag war nicht einfach, wie der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, betonte.
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ABER: Der US-Fernsehsender CNN berichtete am Mittwoch, dass Putins berühmter „Händler des Todes“, der russische Waffenhändler Viktor Bout, 55, Teil des Angebots aus Washington sein könnte. Aber er verbüßt derzeit eine 25-jährige Haftstrafe in den USA, weil er sich verschworen hatte, Amerikaner zu töten, Flugabwehrraketen zu erwerben und zu exportieren und im Jahr 2012 eine terroristische Organisation materiell zu unterstützen.
BRISANT: Am Freitagabend berichtete CNN, was Teil des russischen Antrags auf Freilassung der beiden Amerikaner sein könnte. Laut CNN forderten russische Regierungsbeamte Putins Zoomörder Vadim Krasikov, 55, auf, Teil des Tauschs zu sein.
Vadim Krasikov (55) wurde im Dezember vergangenen Jahres zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter waren sich sicher: Er ist verantwortlich für den feigen Auftragsmord an Tornike K. (40), einem Georgier tschetschenischer Herkunft, mitten in Berlin! Tornicke K. wurde am 23. August 2019 im Kleinen Tiergarten durch drei Schüsse hingerichtet.
Vadim Krasikov, 55, war im vergangenen Dezember wegen des Auftragsmordes im Berliner Tiergarten zu lebenslanger Haft verurteilt worden – laut CNN will die russische Regierung nun, dass er an einem Gefangenenaustausch teilnimmt
Foto: Polizei
Die tödlichen Schüsse fielen am 23. August 2019 im Berliner Tiergarten.
Foto: spreepicture
Laut CNN informierten die Russen die USA Anfang dieses Monats über einen inoffiziellen FSB-Kanal, dass sie wollten, dass Krasikov zusammen mit Bout freigelassen wird. Aus amerikanischer Sicht wurde dieses Ersuchen aus mehreren Gründen als problematisch angesehen, unter anderem weil sich Krasikow in deutscher Haft befand.
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Da die Anfrage jedoch nur über einen inoffiziellen Kanal übermittelt wurde, betrachtete die US-Regierung sie noch nicht als legitimes Gegenangebot zu ihrem eigenen Angebot.
Dennoch gab es laut CNN zwar erste leise Anfragen der Amerikaner in Deutschland, diese erreichten aber keine höhere Regierungsebene. Und die Einbeziehung von Krasikov in den Deal wurde nicht ernsthaft in Betracht gezogen.
Bereits im April tauschten die USA und Russland auf dem Höhepunkt des Krieges in der Ukraine überraschend Gefangene aus: Auf dem Flughafen der türkischen Hauptstadt Ankara wurde der Russe Konstantin Yaroschenko gegen den Amerikaner Trevor Reed ausgetauscht. Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Washington und Moskau war die Entwicklung damals besonders unerwartet.
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