Veröffentlicht3. August 2022, 04:30 Uhr
Wohnungsnot: Trotz Not lässt die Credit Suisse Wohnungen leer
In Luzern herrscht Wohnungsnot. Allerdings lässt die Credit Suisse Wohnungen in der Luzerner Neustadt für längere Zeit unbewohnt – Anwohner und Mieterverband finden das nicht hinnehmbar.
1/5
Ein Blick in den Innenhof zeigt, dass viele Wohnungen unbewohnt sind – teilweise seit Monaten.
20 Min./News-Scout
Die Liegenschaft der Anlagestiftung Credit Suisse an der Kauffmannstrasse 22 und 24, wo viele Wohnungen leer stehen.
20 Min./News-Scout
In der Stadt Luzern herrscht offiziell Wohnungsnot.
20 Minuten/insgesamt
-
Am Kauffmannweg 22 und 24 in Luzern stehen 13 Wohnungen leer – teilweise seit bis zu einem Jahr.
-
Die Liegenschaft gehört der Anlagestiftung Credit Suisse.
-
Die Wohnungen werden nicht zur Miete ausgeschrieben.
-
Der Mieterverein findet die Situation erschreckend, denn in Luzern herrscht Wohnungsnot.
-
Die Credit Suisse gibt an, keine Bescheide erlassen zu haben und auf eine Baubewilligung zu warten.
Die Liegenschaft am Kauffmannweg 22 und 24, mitten in der Luzerner Neustadt, ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Es gibt ein paar Geschäfte im Erdgeschoss und viele der Jalousien sind an diesen heißen Tagen heruntergelassen. Ein Blick in den Innenhof zeigt jedoch, dass viele Wohnungen leer stehen.
Wie lange die Wohnungen schon leer stehen, sei schwer zu sagen, sagte ein Scout, der neben dem betroffenen Grundstück wohnt. „Manchmal findet sich jemand zur Untermiete, aber sicher sind mindestens neun Wohnungen unbewohnbar – und das teilweise seit fast einem Jahr“, so der Nachbar, der anonym bleiben möchte. Früher habe es noch persönlichen Kontakt gegeben, erzählt die Bewohnerin weiter. „Die Leute begrüßten sich von Balkon zu Balkon und kannten sich vom Sehen. Dort wohnt niemand mehr.”
Wohnungsnot in Luzern
Eigentümer der Liegenschaft ist die Anlagestiftung Credit Suisse. Die Wohnungen sind weder zur Miete ausgeschrieben, noch gibt es einen genehmigten Plan für diese Immobilie.
Die Credit Suisse übernimmt keine soziale Verantwortung.
Daniel Gähwiler, Co-Geschäftsführer Mieterverein Luzern
Die Debatte um den Wohnraummangel in Luzern wird derzeit wieder aufgeheizt. Erst Ende Juni besetzten Aktivisten ein leerstehendes Gebäude im Zentrum von Luzern, wie 20 Minutes berichtet. Über die Gründe für den Leerstand kann Daniel Gewiler, Co-Geschäftsführer des Luzerner Mietervereins, nur rätseln. Schockierend finde er jedoch, dass die Credit Suisse bei der aktuellen Wohnungsnot in Luzern leerstehende Wohnungen leer lasse.
Am 1. Juni 2021 standen im Kanton Luzern 2513 Wohnungen leer. Dies entspricht einer Leerstandsquote von 1,23 Prozent. Sinkt die Leerstandsquote unter 1,5 Prozent, sprechen wir von Wohnungsnot.
“Es ist sehr besorgniserregend. Wohnungen stehen leer, um später zu hohe Mieten zu zahlen. Die Credit Suisse übernimmt keine soziale Verantwortung und schaut nur auf steigende Renditen», sagt Gähwiler.
Die Credit Suisse will restrukturieren
Auf Nachfrage von 20 Minuten teilte die Credit Suisse mit, dass die leerstehenden Wohnungen am Kauffmannweg in Luzern Teil einer geplanten Sanierung seien, über die alle Mieter bereits ausführlich informiert worden seien. „Die 13 leerstehenden Wohnungen wurden von den Vormietern gemeldet und aufgrund der geplanten Sanierung nicht vermietet. Der Renovierungsplan ist noch offen, bis eine Baugenehmigung vorliegt. Es ist nicht geplant, bestehende Mietverträge zu kündigen“, sagte die Credit Suisse. Auf die Frage, wie sich die Grossbank auf die Wohnungsnot in Luzern auswirkt und warum sie die Wohnungen leer stehen lässt, äußerte sich die Credit Suisse nicht.
Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr
Mit dem täglichen Update bleiben Sie über Ihre Lieblingsthemen informiert und verpassen keine News mehr zum aktuellen Weltgeschehen. Holen Sie sich jeden Tag das Wichtigste kurz und prägnant direkt in Ihr Postfach.
Add Comment