An . – 07.08.2022 18:48 (akt. 07.08.2022 19:39)
Schulen abgesagt: Bewerbungen deutlich zurückgegangen ©APA/ERWIN SCHERIAU
Die Zahl der Schulabgänger und des damit verbundenen Homeschooling für das Schuljahr 2022/23 ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen.
Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden bis zum Ende des letzten Schultages insgesamt 4.601 Kinder von der Schule suspendiert. Diese Zahl wird wahrscheinlich weiter sinken, da diese Anzeigen möglicherweise zurückgezogen oder verboten werden. 2021/22 waren es noch rund 7.500 Stornierungen.
In Österreich besteht Schulpflicht
In Österreich gibt es keine Schulpflicht, nur Schulpflicht. Kinder können auch Hausunterricht oder eine Privatschule ohne öffentlichen Status besuchen (sie haben kein Recht, selbst Schulzeugnisse auszustellen, Anm. d. Red.). Dies muss aber dem zuständigen Schulamt gemeldet werden – das wiederum kann dies untersagen, „wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit … die Gleichwertigkeit des Unterrichts nicht gegeben ist“. Schüler, die einen Deutschförderunterricht besuchen müssen, dürfen ebenfalls keine Hausaufgaben machen.
Im Vorjahr fielen vor allem aufgrund der Auflagen von Corona viele Schulen aus
Im Vorjahr wurden vor allem wegen der Corona-Verordnungen zunächst 7.500 Kinder von der Schule genommen, dreimal mehr als in normalen Jahren. Ein Drittel von ihnen kehrte während des Schuljahres zurück. Der Rest musste am Ende des Schuljahres eine externe Prüfung ablegen, um seinen jeweiligen Schulabschluss erfolgreich abzuschließen – sie schnitten in diesem Jahr auf Anhieb deutlich schlechter ab als in den Vorjahren, viele haben gar nicht erst angefangen und sind ins Stocken geraten.
Homeschooling-Regeln sind streng
Aufgrund der gestiegenen Anzahl an Absagen in diesem Jahr wurden die Regeln verschärft. Abmeldungen für das nächste Studienjahr müssen seitdem bis zum Beginn der Sommerferien erfolgen, zuvor war dies bis zum Ende der Ferien möglich. Außerdem wurden die externen Prüfungen in diesem Jahr von separaten Gremien gruppiert, um Prüfungstourismus in Schulen zu verhindern, die als „einfach“ bekannt sind. Eltern wurden auch zu „Reflexionsgesprächen“ zum Semesterwechsel eingeladen.
„Wir haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Qualität des häuslichen Unterrichts sicherzustellen“, sagte Bildungsminister Martin Polášek (ÖVP) in einer Aussendung. „Es ist sehr erfreulich, dass sich viele Eltern wieder dafür entscheiden, ihre Kinder zur Schule zu schicken, anstatt sie zu Hause zu unterrichten. Ich bin davon überzeugt, dass das Lernen in einer Klassengemeinschaft mit ausgebildeten Lehrern ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Bildungskarriere ist.”
Schulausfall in den Bundesländern
In Niederösterreich wurden für das nächste Schuljahr 1.056 Kinder für den Heimunterricht angemeldet, in der Steiermark 838, in Oberösterreich 822, in Wien 497, in Tirol 438, in Kärnten 339, in Salzburg 283, in Vorarlberg 209 und im Burgenland 119 alle Länder.
Diese Zahlen werden weiter sinken. Schulbehörden untersagen beispielsweise die Einschreibung, wenn Kinder bereits im Vorjahr abgemeldet wurden und die externen Prüfungen nicht erfolgreich bestanden haben. Danach muss das Schuljahr in der Regelschule wiederholt werden. Außerdem können Sie jederzeit zu einer öffentlichen Charterschule zurückkehren.
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