Germany

Omicron-Infektion selbst schützt nur „knapp“

Coronavirus

Ein Team der MedUni Wien untersuchte die Immunantwort nach Infektion mit den omicron Subtypen BA.1 und BA.2. Fazit: Eine Infektion damit erzeugt nur eine sehr “schmale” immunologische Abwehr. Eine vorherige Impfung trägt zur Erhöhung der Kreuzimmunität bei.

08.08.2022 08.09

Ab heute, 8.09 Uhr online

Iris Medits vom Zentrum für Virologie der MedUni Wien und die Co-Autoren, darunter einige von der Klinik Favoriten, haben die virusneutralisierende Wirkung von Serumproben (Antikörpern) von ungeimpften und geimpften Personen nach Infektionen mit Omicron BA.1 oder BA.2 genau untersucht gegen diese beiden Subtypen, gegen Wildtyp-Viren und gegen die Delta-Variante (B.1.617.2).

Als „Kontrollgruppe“ dienten Serumproben von Menschen nach Infektion mit dem ursprünglichen Wuhan-Virus und drei mRNA-Teilimpfungen (mit oder ohne vorherige Infektion mit SARS-CoV-2). Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Frontiers of Immunology veröffentlicht.

Nahezu keine Kreuzneutralisation bei BA.2-Infektion

„Die Primärinfektion mit (Omicron) BA.1 führte zu einer reduzierten neutralisierenden Antikörperantwort gegen das Wildtypvirus, gegen die Delta-Variante und gegen Omicron BA.2. Proben von BA.2-infizierten Personen zeigten fast keine Kreuzneutralisierung zu den anderen Varianten“, heißt es in dem Artikel.

Nach drei Impfungen mit RNA-Vakzine wurde eine neutralisierende Wirkung von Serumproben gegen beide Omicron-Subtypen beobachtet, sie war jedoch schwächer. Das ist wohl auch der Grund für die vielen Infizierten mit omicron unter den Geimpften in den letzten Wochen und Monaten. Allerdings verhindert die Impfung besonders schwere Krankheitsverläufe. Die Omicron-Variante ist genetisch am weitesten vom Wildtyp-Virus entfernt.

Breite Immunantwort nach Durchbruchinfektion

Die gute Nachricht für Menschen, die trotz dreier Teilimpfungen gegen Covid-19 in den letzten Monaten noch im Rahmen der Omicron-Welle erkrankt sind: Laut Wissenschaftlern erzeugt eine solche „Durchbruchinfektion“ eine breite kreuzreaktive Immunantwort gegen alle getesteten Varianten des Virus.

Wer jedoch auf eine omicron-Infektion als künftigen Schutz vor SARS-CoV-2 setzen will, nachdem er zuvor noch keine Impfung gegen Covid-19 hatte, liegt vermutlich falsch: Eine einmalige Infektion damit führt offenbar nur zu einem „Close“ Immunantwort jeweils der für die Erkrankung verantwortliche virale Subtyp. Letztendlich unterstützen die Ergebnisse dieser Studien den Plan, sowohl SARS-CoV-2-Wildtyp-Antigene als auch solche von Omikron in zukünftige Impfstoffe aufzunehmen.