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Wie rentabel ist die Streetparade in Zürich wirklich?

Drei Jahre mussten sie warten, die hunderttausenden Raver, die an einem Tag im August die Stadt Zürich in ausgefallene Kostüme in eine riesige Party verwandelten. Nach den Corona-bedingten Absagen findet endlich wieder die Street Parade statt, die größte Techno-Party der Welt. „Nach zwei Jahren Pandemie und Schließung wird die Freiheit der Straße grenzenlos sein“, sagt Street-Parade-Chef Joel Mayer (49).

Dass der Mega-Event in Zürich zurückkehrt, ist nicht selbstverständlich. Die Coronapandemie hat an finanzieller Kraft gezehrt. Der Verein “Street Parade” hat einen großen Teil der Reserven für die diesjährige Ausgabe ausgegeben. „Das ist eine Sache, höhere Tarife über alle Anbieter hinweg eine andere“, sagt Meyer. Die Inflation trifft die Organisatoren der Straßenparade.

Nur jedes zehnte verkaufte Getränk geht zur Street Parade

Veranstalter sagen, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie, dass die Straßenparade ein finanzieller Kraftakt sei. Doch wie lukrativ ist die Mega-Party – ein Rekord von 1,1 Millionen Besuchern im Jahr 2018 – wirklich? Tatsächlich profitieren vor allem die Trittbrettfahrer, nämlich Einzelhändler wie Coop, Denner und Co. Nach Angaben des Vereins Street Parade verkauft sie nur jedes zehnte Getränk, die anderen neun werden von der Gastronomie und dem Einzelhandel der Stadt verkauft. “Wir brauchen unbedingt gutes Wetter und hoffen, dass die Besucher die Getränke von unseren Ständen bekommen.”

Die Ausgaben belaufen sich dieses Jahr auf rund 2,8 Millionen Franken. Einen grossen Teil davon machen die Kosten für Sicherheit, Reinigung und weitere Abgaben der Stadt Zürich aus. Joel Meyer betont, dass es nicht darum geht, Street Parade profitabler zu machen. „Der Verein ist gemeinnützig. Alle Gewinne werden an wohltätige Einrichtungen gespendet und für die kommenden Jahre reserviert“, sagt er.

Bestimmte Teile der Organisation werden moderat vergütet, soweit es sich um Vollzeitstellen handelt. Mayer: „Alle Mitarbeiter, auch Angestellte, arbeiten unentgeltlich in ihrer Freizeit. Nur so kann die Veranstaltung mit dem angegebenen Budget durchgeführt werden.»

Die Street Parade ist zwar kleiner – aber sie bleibt kostenlos

Hauptziel der diesjährigen Street Parade ist es, die Kosten zu decken und im Idealfall wieder Rücklagen zu bilden. Gelingt dies nicht, droht der Streetparade in Zukunft der Niedergang. „Wenn weniger Geld zur Verfügung steht, besteht die Möglichkeit, einzelne Faktoren des Events zu redimensionieren“, bestätigt Meyer.

Allerdings schließt der Chef aus, dass die Organisatoren in Zukunft eine bestimmte Fläche belasten, um die finanzielle Situation wieder zu verbessern. „Wenn man die Strecke abzäunt und Eintritt verlangt, wird es keine Street Parade mehr sein. Es muss möglich bleiben, dass dieser Anlass im malerischen Zürich weiterhin ohne Zutritt stattfinden kann.»

Personalengpässe konnten dank Helfern überwunden werden

Die gute Nachricht: Der gravierende Personalmangel in der Veranstaltungsbranche macht der Partei nichts aus. Die Organisatoren haben die Vereine im Kanton Zürich frühzeitig angeschrieben, um Helfer und Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. „Nach zwei Jahren war es eine Herausforderung, hunderte neue Mitarbeiter einzustellen“, sagt Meyer. Für viele ist dies die erste Straßenparade, daher sind die Briefings dieses Jahr komplizierter.

Die Anordnung der Etappen, die am Dienstag begann, ist kein Problem. Da Street Parade hier mit zuverlässigen Partnern zusammenarbeitet, ist sie nicht vom Personalmangel in der Branche betroffen.