Das muss der Höhepunkt seiner politischen Laufbahn sein: Der Glarner Liberale Thomas Hefti (62) präsidiert dieses Jahr den Ständerat. Es ist eine der einflussreichsten Rollen des Landes. Doch gleichzeitig steht Hefty am Rande seines politischen Endes – und das wegen seines Vaters.
Hefty hat es noch nicht offiziell angekündigt. Verschiedene Quellen bestätigen jedoch, dass der Landesrat der FDP nicht mehr an den Wahlen im Herbst 2023 teilnehmen wird. Er hat keine große Wahl. Lediglich im Kanton Glarus gibt es eine Altersguillotine für Regierungsräte oder Staatsräte ab 65 Jahren. Hut ab vor denjenigen, die das Rentenalter erreicht haben. Und nur wenige Tage nach der Wahl wird Hefty 64 Jahre alt.
„Lex Hefty“ muss Platz schaffen
Diese Regelung, für die er bald seine Karriere im Bundeshaus beenden muss, ist eigentlich «Lex Hefti». Sie geht auf das Jahr 1988 zurück und begann mit einem Antrag des damals 34-jährigen Landrats der FDP, Fritz Schiesser. Schiesser hatte vor allem seinen Parteikollegen Peter Hefti im Visier, der damals im Alter von 66 Jahren bereits seit 25 Jahren Präsident des Obersten Gerichts und seit 20 Jahren Staatsrat war. Peter Hefty ist der Vater von Thomas Hefty.
Zusammen mit Hefti sen. traf er CVP-Kollegen Hans Meyer und den damaligen Regierungsrat Emil Fischli. Der Plan ging auf: Schisser selbst wurde Nutznießer und Heftis Nachfolger im Staatsrat.
Abbruchversuch fehlgeschlagen
Und jetzt berührt die Verordnung ein zweites Problem. Der Staatsratspräsident selbst will niemanden in seine Karten schauen lassen. Zuerst müssen die Kantonsregierung und die Parlamentsspitze informiert werden.
Im vergangenen Mai hatte Hefty noch eine Chance. Die Glarner Regierung beantragte die Abschaffung der Altersguillotine für Mandatsträger – vergeblich. Die Pfarrei lehnte den Antrag ab. Damit ist das Ende von Heftis politischer Karriere definitiv in Sicht.
Glarus ist der einzige Kanton, der eine solche Regelung hat. Amtszeitbeschränkungen sind üblicher, aber sie sind nicht kantonal, sondern parteibasiert. SP-Fraktionschef Roger Nordmann (49) konnte sich erst kürzlich wieder darum kümmern. SP-Co-Präsident Cedric Vermuth (36) muss diese Hürde noch nehmen. (db)
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