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Die Frequenz sinkt deutlich: RKI sieht Corona-Wellenspitze überschritten

Inzidenz sinkt deutlich RKI sieht Überschreitung des Corona-Wellen-Spitzenwertes

12.08.2022, 01:55 Uhr

Ist die Sommerwelle von Corona gestoppt? Das Robert-Koch-Institut meldete einen Rückgang der Infektionsfälle und verzeichnete auch eine Abschwächung schwerer Erkrankungen. Allerdings ist noch nicht alles klar. Der Bundesgesundheitsminister will am Freitag Fragen zur Pandemie-Lage und weiteren Planungen beantworten.

Da sich das Corona-Infektionsgeschehen zuletzt abgeflacht hat, sehen Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) den Zenit der Corona-Sommerwelle überschritten. Laut dem Wochenbericht des RKI zu Covid-19 sind die Sieben-Tage-Fälle in der vergangenen Woche bundesweit wieder um insgesamt 27 Prozent zurückgegangen, nach einem deutlichen Rückgang in der Vorwoche, und zwar über alle Bundesländer und Altersgruppen hinweg. Zudem seien die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten mit akuten Atemwegsinfektionssymptomen in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche von Infizierten zurückgegangen, „der aktuelle Höhepunkt der Welle scheint also überschritten zu sein.“ Allerdings: Für eine Entwarnung ist es aus Sicht des RKI noch zu früh.

Darüber hinaus nehmen die Ausbrüche in Pflegeheimen tendenziell ab. Die Zahl der mit einem schweren akuten Atemwegsinfekt und einer Covid-19-Diagnose ins Krankenhaus eingelieferten Personen sei in der vergangenen Woche zurückgegangen, ebenso die Zahl der Patienten mit einer Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen, schrieben die Experten. Auch das RKI sprach zuletzt von einem Rückgang der virusbedingten Todesfälle – in der vergangenen Woche mit 372 gemeldeten Todesfällen gegenüber 444 in der Vorwoche.

Die Daten zeigen, dass die aktuelle Welle selbst bei schweren Erkrankungen ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheint. RKI-Experten warnen, dass Menschen über 80 Jahren immer noch am stärksten von schweren Erkrankungen betroffen sind. Der Rückgang schwerer Erkrankungen schreitet derzeit deutlich langsamer voran als in den Gesamtzahlen erkennbar.

Laut RKI bleibt trotz der verbesserten Lage in der vergangenen Woche der Infektionsdruck in allen Altersgruppen hoch – ebenso wie die Belastungen für das Gesundheitssystem. Mit Blick auf die nächsten Wochen erwartet das Institut „eine weiterhin hohe Zahl an Krankenhauseinweisungen, intensivpflegebedürftigen Covid-19-Patienten und Todesfällen, insbesondere in den höheren Altersgruppen“. Dementsprechend fordert das RKI weiterhin die „absolute“ Einhaltung der Empfehlungen zur Infektionsvermeidung – und unterstreicht einmal mehr die große Bedeutung der Impfung gegen Corona.

Lauterbach spricht mit Journalisten

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird am Freitag auf die aktuelle Lage rund um das Coronavirus eingehen, der auf dem Podium der Bundespressekonferenz erneut Fragen von Journalisten beantworten wird. Auf dem Podest soll auch der Berliner Arzt Leif Eric Sander sitzen.

Zuletzt stand der SPD-Politiker Lauterbach unter Rechtfertigungsdruck für seine Vorschläge für Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst und Winter, die er gemeinsam mit Justizminister Marco Buschmann von der FDP vorstellte. Die Maskenpflicht soll wieder zurückkehren, wobei es Ausnahmen für neu Geimpfte geben soll. Diese geplanten Ausnahmeregelungen stießen bei den Bundesländern auf scharfe Kritik.

BA.5 ist absolut dominant

Die Sublinie omicron BA.5 ist laut Wochenbericht inzwischen etwas auf ein hohes Niveau gestiegen und wurde nach neuesten Daten in etwa 94 Prozent der positiven Proben nachgewiesen. Die Verbreitung der omicron BA.2.75-Unterlinie, über deren Mutationen einige Forscher kürzlich Bedenken äußerten, wird laut RKI vor allem in Indien und verschiedenen anderen Regionen der Welt beobachtet. Hierzulande sind insgesamt fünf Nachweise bekannt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat unterdessen eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. „Aktuell müssen Infizierte auch ohne Symptome für fünf Tage isoliert werden. Mein Vorschlag: Nur wer Symptome hat, bleibt zu Hause“, sagte der CDU-Politiker der Bild-Zeitung. Es brauche jetzt keine “Regeln, die den Menschen Unbehagen bereiten, sondern Regeln, die gefährdete Gruppen schützen”.