Im Freizeitpark Legoland „Feuerdrache“ ist es am Donnerstagnachmittag zu einem Auffahrunfall gekommen. 31 Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Auch der Rettungsdienst war vor Ort.
Im Legoland Günzburg ist es am Donnerstag zu einem Unfall mit einer Achterbahn gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden 31 Menschen verletzt. Einer von ihnen war ernst, die Person musste im Krankenhaus behandelt werden. 30 haben leichte Verletzungen wie Prellungen und Schürfwunden. Die Polizei ging zunächst von 34 Verletzten aus, korrigierte die Zahl am Abend aber nach unten. Laut einer Sprecherin von Legoland ereignete sich der Vorfall auf der Achterbahn Fire Dragon.
Der Vorfall führte zum Einsatz einer großen Anzahl von Rettungsdiensten. Mehr als ein Dutzend Krankenwagen standen am Kreisverkehr Legoland-Allee vor den Toren des Freizeitparks. Zwei ADAC-Rettungshubschrauber landeten auf einem abgesperrten Besucherparkplatz vor einem Seiteneingang. Etwa eine halbe Stunde später landete ein weiterer Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung zur Unterstützung. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Ichenhausen und Günzburg, die mit Notfeuerlöschern (TLF-H) und Drehleitern vor Ort waren, wurde auch die Höhenrettung des Brandkommandos Augsburg alarmiert.
Achterbahnunfall im Legoland Günzburg: Höhenrettungsteam im Einsatz
Dominik Geisler, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, sagte, dass nach früheren Meldungen ein Achterbahnzug ordnungsgemäß am Eingang angehalten habe. Der nächste Zug tat es jedoch nicht und näherte sich dem ersten. Viele der Verletzten haben leichte Verletzungen, Schürfwunden oder Prellungen. Ein Passagier wurde jedoch schwer verletzt. Genauere Angaben zu seinem Zustand konnte Geisler allerdings nicht machen. Im Polizeijargon spricht man von schweren Verletzungen, wenn die Folge mindestens ein Krankenhausaufenthalt ist. Nach Angaben des Polizeisprechers musste die Einsatzkraft des Höhenrettungsdienstes die verletzten Fahrgäste des Feuerwehrdrachenzuges auf der Schräge am Eingang des Bahnhofs aus den Waggons befreien. Der nächste Zug hielt in einem für Rettungskräfte unzugänglichen Bereich.
Über die Wucht des Aufpralls und die Geschwindigkeit, mit der die Achterbahn unterwegs war, könne derzeit noch kein Wort abgegeben werden, sagte Geisler. Vorhandenes Videomaterial wird ausgewertet und in die polizeilichen Ermittlungen einbezogen. Beamte der Kriminalpolizei Neu-Ulm trafen am Tatort ein, um weitere Ermittlungen aufzunehmen. Ein Sachverständigengutachten kann Aufschluss über den Unfallhergang geben.
Bei einem Achterbahnunfall im Legoland Günzburg sind 34 Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Polizeisprecher Dominique Geisler informiert über die aktuelle Lage.
Video: Sara Murari
Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt sich auch nicht sagen, wie viele Menschen tatsächlich auf der Achterbahn waren. Laut Polizeisprecher ist davon auszugehen, dass unmittelbar nach dem Unfall unverletzte Personen aus dem Zug ausgestiegen sind. Auch die minderjährigen und unverletzten Passagiere seien von Rettungskräften psychologisch behandelt worden, sagte Geisler. Die Verantwortlichen von Legoland gingen mit der Polizei um den Tatort herum, um sicherzustellen, dass sich keine Personen im Bereich der Strecke aufhielten.
Legoland blieb trotz des Unglücks der Feuerdrache-Achterbahn geöffnet.
Die Lage im Freizeitpark blieb nach dem Vorfall mit der Drachenbahn relativ ruhig. Der Bereich um die Unfallstelle wurde von Polizei und Rettungskräften abgesperrt. Der Betrieb und alle anderen Fahrgeschäfte im Legoland gingen derweil wie gewohnt weiter.
Die Feuerdrachenbahn verfügt über 20-Personen-Züge, die in zehn Zweierreihen angeordnet sind. Über 800 Meter und bis zu 16 Meter Höhe legen sie auf einer kurvenreichen Strecke auf Schienen zurück. Der erste Teil führt Sie durch die Räume des stilisierten Schlosses vorbei an zahlreichen großen Legosteinmodellen. Laut verschiedenen Quellen erreicht die Fahrt im Freien eine Höchstgeschwindigkeit von fast 60 Stundenkilometern.
So sieht die Drachenbahn im Legoland aus.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)
Vor der Einfahrt in den Bahnhof, der sich im Schloss befindet, bremst der Zug stark ab und hält dann auf dem Bahnsteig an. Inzwischen fährt der nächste Zug mit neuen Fahrgästen nach Erlaubnis des Personals auf die Gleise. Die Fahrt gibt es seit der Eröffnung des Parks im Jahr 2002.
Die Kriminalpolizei Neu-Ulm hat Ermittlungen zu den Ursachen des Vorfalls aufgenommen und wird voraussichtlich ein Sachverständigengutachten bestellen. Die Feuerdrachen-Achterbahn ist gesperrt. Die übrigen Aktivitäten des Parks laufen ohne Einschränkungen weiter.
Achterbahnunfall im Legoland Günzburg: Fotos von der Rettungsaktion
Foto: Sarah Murari, Ralf Gennagel, Mario Obesser
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