Germany

Özdemir fordert Umstrukturierung der Forstwirtschaft: „Wir brauchen dringend einen gesunden Mischwald“

Stand: 14.08.2022 17:58

Große Teile Deutschlands leiden unter schwerer Dürre – eine Folge des Klimawandels. Mit Blick auf die Entwicklung fordert Umweltminister Özdemir einen raschen Umbau der Land- und Forstwirtschaft.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir forderte angesichts der extremen Dürre eine schnellere und effektivere Bekämpfung des Klimawandels. „Wir, unsere Tiere und die Umwelt leiden immer stärker unter den Auswirkungen der Klimakrise“, sagte Özdemir der Rheinischen Post.

Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll es in Deutschland in den kommenden Jahren um bis zu ein Grad wärmer werden als in den letzten drei Jahrzehnten.

Der Wald – unser “Klimasystem”

„Extreme Wetterlagen mit Dürre, Starkregen oder Stürmen belasten unsere Ökosysteme und bedrohen die Ernten unserer Bauern.“ Außerdem werde es Waldbrände geben, „die den wertvollen, nachwachsenden Rohstoff Holz vernichten, auf den wir mehr denn je angewiesen sind“, so die Grünen Politiker sagte.

„Es gibt nur einen Ausweg: Wir müssen die Klimakrise bekämpfen und uns gleichzeitig auf ihre Folgen vorbereiten.“ Deshalb investiere Deutschland massiv, um Wald und Landwirtschaft nachhaltig umzugestalten. „Wir brauchen dringend einen gesunden Mischwald“, sagte Özdemir. „Weil es unsere natürliche Klimaanlage ist und nicht so leicht verbrennt wie Fichten- oder Kiefern-Monokulturen.“

70 Prozent der Waldfläche in Brandenburg sind Monokulturen

Wälder auf Sandböden, wie in Brandenburg, sind besonders anfällig für Brände. Beim Vergleich der Waldbrandstatistiken im Jahr 2021 liegt das Bundesland mit 168 Bränden auf rund 42 Hektar erneut an der Spitze. Nach Angaben des Forstministeriums in Potsdam wachsen auf etwa 70 Prozent der Waldfläche Kiefern – so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Deutschland investiere laut Özdemir massiv in die nachhaltige Umgestaltung von Wald und Landwirtschaft. Die Regierung hilft den Landwirten, umweltfreundlicher zu arbeiten. Neben der Produktion von Bio-Lebensmitteln gehe es um Unternehmen, die „nachhaltiger und ressourcenschonender“ arbeiten. „Das bedeutet auch, dass Tierhalter in Zukunft weniger Tiere besser aufziehen können“, sagte Özdemir. Klar sei, „dass wir unsere Lebensmittelversorgung sichern müssen“, betonte er.