Germany

Das Kernkraftwerk ist Russlands bester Schutzschild

Kiew vermutet, dass Russland Waffen am Standort des Kraftwerks Saporischschja sicher lagern will. Die Kleinstadt Enerhodar ist strategisch wichtig für Moskau.

Danzig/Kiew. Auch am Wochenende wurden Artilleriegeschosse abgefeuert, und beide Kriegsparteien machten sich erneut selbst die Schuld: Die Lage in der ukrainischen Kleinstadt Enerhodar und dem von Russland besetzten Kernkraftwerk Zaporozhye spitzt sich zu, trotz unbestätigter Meldungen über einen möglichen Waffenstillstand. Feuer zirkuliert am Montag. Insgesamt 42 Staaten und die EU forderten am Sonntag den Abzug der russischen Truppen aus dem Gebiet um das Atomkraftwerk. „Der Einsatz von russischem Militärpersonal und Waffen in der Nuklearanlage ist inakzeptabel“, hieß es in der ansonsten wenig beachteten Erklärung.

Der ukrainische Eigentümer Energoatom hatte bereits am vergangenen Donnerstag Raketenangriffe gemeldet. Der Schichtwechsel der ukrainischen Belegschaft wurde verschoben. Das funktioniert allerdings unter enormem Druck, weil die Russen 500 Soldaten direkt am AKW stationiert haben. Mindestens ein Produktionsingenieur soll erschossen worden sein.