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Die Sturmfront erzeugte laut ZAMG – Wien Online – Österreich eine “Gewitterfront”.

An . – 19.08.2022 13:46 (akt. 19.08.2022 18:35)

Laut ZAMG verursachte die Front des Gewitters eine “Gewitterfront”. ©APA/Marcus Angerer

Am Donnerstag löste die von Süden kommende Gewitterlinie, bei der in Österreich fünf Menschen ums Leben kamen, eine sogenannte Böenlinie aus.

So beschrieb Bernd Niedermoser von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien auf Anfrage der APA die Besonderheiten der Naturkatastrophe. “Die aus den Gewittern ausströmende Kaltfront floss der Gewitterlinie voraus und verursachte etwa zehn Minuten vor den Gewittern schwere Sturmböen.”

Laut ZAMG verursachte die Front des Gewitters eine „Gewitterfront“

Solche Situationen, so der Experte, treten in Oberösterreich und Niederösterreich häufig auf, etwa wenn Gewitterzüge aus Bayern kommen, und seien hier meist gut vorhersehbar. In den Bergregionen Österreichs sind sie viel seltener, und hier ist die Verstärkung und Dämpfung durch Berge und Täler schwieriger vorherzusagen. „Für Menschen im Freien bedeuten Gewitterfronten auch, dass sie die Bedrohung durch einen nahenden Sturm nicht so stark wahrnehmen, da Warnsignale wie dunkle Wolken, Blitz und Donner noch weiter entfernt sind, während die herannahende Gewitterfront nicht sichtbar ist und erscheint extrem schnell”, so Niedermoser.

Die Windgeschwindigkeit von 103,3 km/h in Österreich war außergewöhnlich

Auch die Windstärken waren außergewöhnlich: Laut ZAMG sind Windspitzen über 100 km/h aufgrund von Gewittern in den Kärntner Tälern sehr selten. In den letzten 30 Jahren gab es in den Sommermonaten zehnmal Spitzenwerte von über 100 km/h in den tief gelegenen Gebieten des Bundesstaates, als gestern, Donnerstag, in St. Andrä im Lavanttal, wo die beiden Todesfälle zu beklagen waren, wurden 103,3 km/h gemessen, schon inklusive. In der Messgeschichte der meteorologischen Station selbst St. Andrä, der rund 30 Jahre alt ist, hatte im Sommer zweimal über 100 km/h, einschließlich des letzten Unfalls.

Wetterstation Neumarkt mit einem Messwert von 139 km/h

An der Wetterstation Neumarkt (Steiermark) wurden am Donnerstag 139 km/h gemessen. Das hat es hier seit Messbeginn 1993 noch nie gegeben: Der höchste hier gemessene Spitzenwind lag im Jänner 2008 bei 100 km/h. In Niederösterreich hingegen sind Spitzenwinde von über 100 km/h im Sommer keine Seltenheit treten fast jedes Jahr an mindestens einer Messstation vor.