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Erstellt: 22.08.2022 05:03 Uhr
Von: Jörg Heinrich
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Apple warnte davor, dass die Schwachstelle es Hackern ermöglichen könnte, die Kontrolle über Geräte zu übernehmen und auf Daten zuzugreifen. Der Fehler wurde behoben – Apple-Nutzer sollten dennoch vorsichtig sein.
München – Apple begründet die hohen Preise seiner Geräte auch damit, dass sie besonders sicher sein müssen. Dies ist normalerweise der Fall. Da Hard- und Software aus einer Hand stammen, kann der amerikanische Konzern seine Handys, Tablets und Computer sehr gut „versiegeln“. Allerdings ist mittlerweile klar, dass auch Apple keine absolute Sicherheit gegen Hacker bieten kann. Weil Millionen von iPhones, iPads und Mac-Computern eine Sicherheitslücke aufweisen, die so schwerwiegend ist, dass Apple seine Benutzer dazu drängt, die Software ihrer Geräte zu aktualisieren. Sicherheitsspezialist Sophos sprach von bereits freigegebenen „Notfall-Updates“.
Welche Fehler deckt Apples Warnung ab?
Anonyme Experten haben zwei sogenannte Zero-Day-Schwachstellen in Geräten entdeckt. Der Begriff bezeichnet Fehler, die so schwerwiegend sind, dass der Hersteller praktisch null Tage Zeit hat, um sie zu beheben. Die Schwachstellen betreffen Apples Safari-Browser und dessen Technologie namens WebKit, die für iPhones und iPads benötigt wird. Auf dem Mac kommt auch Safari zum Einsatz, mit Chrome und Firefox gibt es aber nicht-WebKit-Alternativen. Benutzer, die mit Safari und anderen WebKit-Browsern surfen, laufen Gefahr, dass Hacker die volle Kontrolle über ihre Geräte übernehmen, indem sie einfach versehentlich eine speziell gestaltete Website besuchen. Laut Apple könnte der Fehler bereits aktiv von Hackern ausgenutzt worden sein.
Wie groß sind die Gefahren?
Die Risiken, die Sophos Experten auflisten, klingen wie ein Albtraumszenario. Angreifer können unter anderem alle laufenden Apps ausspionieren, zusätzliche Apps auf Geräten laden und ausführen, auf fast alle Daten zugreifen, Sicherheitseinstellungen ändern, Kameras und Mikrofone anzapfen und das Surfverhalten verfolgen. Das Ausspähen von Bankdaten und Passwörtern, der Diebstahl von Fotos oder Dokumenten sind nur einige der Gefahren.
Apple warnt vor einer Schwachstelle, die Hacker nutzen könnten, um auf persönliche Daten zuzugreifen. (Symbolfoto) © imageBROKER/Valentin Wolff/Imago
Apple-Sicherheitsleck: Welche Geräte sind betroffen?
- iPhone 6S (2015) und alle nachfolgenden iPhones bis zum aktuellen iPhone 13
- Alle iPad Pro-Modelle
- iPad Air 2 (2014) und höher
- iPad 5 (2017) und höher
- iPad mini 4 (2015) und höher
- iPod Touch 7 (2019)
- Mac-Computer mit Catalina-Betriebssystemen (2019)
- Big Sur (2020) und Monterey (2021)
Was sollten Apple-Nutzer jetzt tun?
Da es kein automatisches Update gibt, ist der wichtigste Schritt, die Software so schnell wie möglich zu aktualisieren. Dies geschieht über die Geräteeinstellungen (das graue Zahnradsymbol) und dort im Menü „Allgemein => Software Update“ (iPhone und iPad) bzw. „Software Update“ (Mac). Die neuen und sicheren Versionen von iOS 15.6.1 (iPhone), iPadOS 15.6.1 (iPad) und macOS Monterey 12.5.1 (Mac) sollten dort zur Installation verfügbar sein. Safari-Browser-Updates sind für Catalina und Big Sur verfügbar.
Sollten Apple-Geräte nicht besonders sicher sein?
Generell ja. Da Apple seinen App Store streng versiegelt und keine Installationen aus Drittquellen zulässt, gelten die Geräte als relativ sicher. Betriebssysteme sind auch selten fehlerhaft. Und anders als bei Android, das die Sicherheit zuletzt deutlich verbessert hat, haben alle Apple-Nutzer immer sofort Zugriff auf neue, sichere Versionen des Betriebssystems – und das für gut fünf Jahre. Laut den Antivirus-Experten von Panda treten 47,2 Prozent aller Sicherheitslücken im Internet auf Android auf – und weniger als ein Prozent auf dem iPhone. Apple hat noch nicht bekannt gegeben, wie es zu der zweifellos beunruhigenden Sicherheitslücke kommen konnte.
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