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MV will mit Photovoltaik für Balkone und Fassaden werben | NDR.de – Nachrichten

Bis: 22.08.2022 21:11

Mecklenburg-Vorpommern will zusätzliche Hilfen für Menschen leisten, die sich die gestiegenen Energiekosten nicht leisten können.

Mit bis zu 30 Millionen Euro aus einem Katastrophenfonds will die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern Menschen unterstützen, die durch gestiegene Energiekosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schweiz (SPD) nach einem Energiegipfel mit, zu dem viele Verbände am Montag in Rostock geladen waren. Die Unterstützung aus dem Härtefallfonds soll dort fließen, wo Hilfen aus den Hilfspaketen des Bundes nicht greifen. Außerdem will das Land Haus- und Wohnungsbesitzer unterstützen, die sich eine kleine Photovoltaikanlage für Balkon, Fassade oder Terrasse anschaffen. Sie können verwendet werden, um das Heimnetz mit Strom zu versorgen. Dafür werden zehn Millionen Euro bereitgestellt.

Wasserstoffterminal für den Rostocker Hafen

Die Landesregierung will in Lubmin nicht nur ein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) bauen, sondern auch Rostock zu einem LNG- und Wasserstoffhafen ausbauen. Sie erwartet, dass die Bundesregierung sie stärker unterstützt als bisher geplant. Um den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen, sollten laut Schwesig Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen beschleunigt werden. Auch die Wasserstoffproduktion soll gefördert werden.

Nur 20 Grad in den Büros

Schwesig kündigte zudem Energiesparmaßnahmen der Landesverwaltung an: kein Warmwasser in den Handwaschbecken in den Behörden, keine Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden für touristische Zwecke, Raumtemperatur in Büros nur noch 20 Grad statt 22 Grad; in Kitas und Krankenhäusern etwa soll es wärmer bleiben. Der Energiegipfel forderte laut Schwesig weitere Hilfen der Bundesregierung für Bürger und Unternehmen, etwa eine Deckelung der Energiepreise auf 80 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsverbrauchs und einen Schutzschirm für Bürger und Unternehmen.

Einwand: Kein anrechenbares Ergebnis

Die CDU kritisierte, Schweizig nutze den Gipfel, um “zusammenhanglose Handlungsaufforderungen an die Bundesregierung zu richten”. Laut dem Landtagsabgeordneten Daniel Peters brachte das Treffen nicht das erwartete Ergebnis. Der angekündigte Härtefallfonds werde „nicht in der Lage sein, die berechtigten Anliegen der meisten Bürger und Unternehmen zu adressieren“, sagte der FDP-Abgeordnete David Woolf. Der Atomausstieg muss überdacht werden. Die ebenfalls in der Opposition befindliche AfD warf der Energiepolitik der rot-roten Landesregierung eine Mitschuld an „diesem Versagen“ vor. Nun wollten sie sich als vermeintliche Heilsbringer präsentieren.

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Kritik: Wohnungswirtschaft nicht zum Energiegipfel eingeladen

Andreas Breitner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), kritisierte, dass die Wohnungswirtschaft in MV nicht zum Energiegipfel eingeladen worden sei. „Ein Energiegipfel ohne Wohnungswirtschaft ist der Gipfel. Als hätte die Landesregierung die Mieter vergessen“, sagt Breitner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Hörfunk MV | Neues aus Mecklenburg-Vorpommern | 22.08.2022 | 12.00