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Suche nach Gründen für Fischsterben in der Oder: Polen meldet 280 illegale Einleitungen

Suche nach Ursachen für Fischsterben Polen meldet 280 ungeklärte Oderabflüsse

24.08.2022 09:55 Uhr

Bei der Suche nach Firmen, die das Wasser der Oder verschmutzt haben, ist Polen fündig geworden. Die Wasserbehörde sieht sich mit über 280 illegalen Abflüssen konfrontiert. In rund 60 Fällen ist die Polizei bereits vor Ort. Brandenburg prüft seine Meldeketten.

Im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder haben die polnischen Wasserbehörden nach eigenen Angaben 282 Abwassereinleitungen ohne aktuelle wasserrechtliche Genehmigung gefunden. Derzeit werde geklärt, woher diese Leitungen für die Oder verlegt werden und wem sie gehören, sagte der neu ernannte Leiter des Wasseramtes, Krzysztof Voss. 57 Fälle wurden der Polizei bereits gemeldet.

In den vergangenen Wochen wurden auf der polnischen und deutschen Seite der Oder tote Fische in großen Mengen gefunden und eingesammelt. Die Todesursache des Fisches ist noch unklar. In Wasserproben in Polen und Deutschland wurden jedoch giftige Algen gefunden. Experten sehen deutliche Anzeichen dafür, dass diese Alge für das Fischsterben verantwortlich ist. Bis Samstag wurden in Polen und Deutschland etwa 200 Tonnen Fischkadaver gesammelt.

Auf deutscher Seite wurde am 9. August das Massensterben der Fische in der Oder bekannt. In Polen hingegen gab es bereits Ende Juli erste Hinweise. Die deutschen Behörden werfen der polnischen Seite vor, sie zu spät informiert zu haben, was die Ermittlung der Ursache erschwert. Nach Bekanntwerden der Umweltkatastrophe hat Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki den bisherigen Leiter des Wasseramtes und den Leiter des Umweltamtes entlassen.

Brandenburg weist auf seine Meldelücken hin

Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag des Landes Brandenburg, Wolfgang Roick, hält es für notwendig, Konsequenzen aus der Fischschlachtung in der Oder zu ziehen. Es gehe darum zu prüfen, “ob eine andere Art der Überwachung notwendig ist”, sagte der Sozialdemokrat. Die Frage sei etwa, ob es im Landesumweltamt an der einen oder anderen Stelle „zu wenig Personal“ gegeben habe. In Bezug auf Polen sagte Roic auch, dass es eindeutig an Informationen mangelt.

Am Nachmittag tagt der Umweltausschuss. Umweltstaatsminister Axel Vogel wird über die bisherigen Erkenntnisse berichten. Darüber hinaus kommen Experten zu Wort, darunter Vertreter des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Nach Angaben des Umweltministeriums hat das Landesumweltamt Brandenburg vom 7. bis 8. August in Frankfurt (Oder) unter anderem beim Sauerstoffgehalt Veränderungen festgestellt, ein Sterben der Fische allein aufgrund der Werte kann die Behörde aber nicht akzeptieren . Alert- und Message-Ketten sollten nun überprüft werden.

Unterschiede zwischen Polen und Deutschland

Im Nachrichtenradio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) sagte Ausschussvorsitzender Roeik: „Messungen werden kontinuierlich durchgeführt. Und in diesem Fall war die Reaktion auf die erhöhten Konzentrationen wahrscheinlich zu langsam.“ „Wenn nötig, können Sie vielleicht die Wellen ein wenig glätten“, sagte Roic.

Die polnische Umweltministerin Anna Moskova hat Deutschland am Samstag vorgeworfen, auf Twitter Fake News zu verbreiten. Bei der Suche nach möglichen Ursachen hatte das Brandenburgische Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder) zuvor hohe Konzentrationen des Pestizids gefunden, die Dosis war jedoch nicht sofort tödlich für die Fische. Moskau sieht keinen Zusammenhang mit dem Töten von Fischen.