Germany

Nach Interview zum Fall Tina: Grüne „sprachlos“, Justizminister Zadic tadelt Karner

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sorgte am Dienstagabend beim Zib2-Interview für Aufsehen. Der Minister, der heute Morgen eine neue Online-Anti-Migrationskampagne vorgestellt hat, wurde zu den aktuellen Flüchtlingszahlen sowie zum Fall Tina befragt. Nachdem ein Verwaltungsgericht kürzlich entschieden hatte, dass die Abschiebung der damals 12-Jährigen, ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Georgien unverhältnismäßig sei, fragte Interviewer Armin Wolff, ob sich der Minister inzwischen bei der Familie entschuldigt habe. Carner ging darauf nicht ein und erklärte, dass negative Asylentscheidungen eine Überstellung außer Landes zur Folge haben müssten.

„Unsere Anwälte sagen, dass beide Lösungen möglich waren und möglich sind. Den Einwand, der Oberste Gerichtshof habe sie für rechtswidrig erklärt, ließ er nicht gelten. „Solche Auslandsreisen wird und soll es auch in Zukunft geben.

Aussagen, die sofort für Aufsehen sorgten. Auch Vertreter des Koalitionspartners der Grünen äußerten auf Twitter ihren Ärger über Carner. Eine von ihnen ist die Justizministerin Alma Zadic. „Entscheidungen des Höchstgerichts müssen in einem demokratischen Rechtsstaat von allen respektiert und befolgt werden“, twitterte sie. “Das sollte gerade im Asylbereich eine Selbstverständlichkeit sein.”

Die Grünen-Abgeordnete Eva Ernst-Dziedzic zeigte sich in einem Tweet „sprachlos“. „Die Abschiebung war illegal – eine Bestätigung darüber und eine Entschuldigung des IM wären das absolute Minimum“, schrieb sie.

Für Aufsehen sorgte auch eine Äußerung zum Fall der verstorbenen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr. Auf die Frage, ob der Polizei Fehler unterlaufen seien, sagte Carner: „Alle sind sich einig, dass hier viel schief gelaufen ist, wahrscheinlich auch im Leben von Dr ‘.

Das vollständige Interview finden Sie hier: