„Mättu“ hat „Chrigu“ mit dem richtigen Therapeuten verbunden
König Sempah rettet König Sticky!
Titelverteidiger Christian Stuckey könnte trotz eines Bandscheibenvorfalls bei Federal starten. Hinter Stuckis Blitzerholung steckt ein Tipp seines ehemaligen Kontrahenten Matthias Sempach.
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2008 duellierten sich Christian Stucki und Matthias Sempach zum ersten Mal in Kilchberg in der Finalrunde eines Bundesevents. Stuckey sicherte sich damals den Hengstfestsieg.
Marcel V. Perren
Es sind zwei besonders historische Duelle, die sich Matthias Sempach und Christian Stucki bis auf die Knochen lieferten. 2008 duellierten sich die beiden Berner auf dem Finalkurs in Kilchberg. Seelander Stucki sicherte sich damals seinen ersten eidgenössischen Titel. Fünf Jahre später trafen die beiden Giganten auf der neusten Anlage der ESAF in Burgdorf aufeinander – „Mättu“ brachte den 40 Kilogramm schwereren „Chrigu“ mit einem makellosen Schlag aus dem Gleichgewicht und eroberte damit Schwingers Thron.
Dass die persönlichen Beziehungen in diesem Fall nicht unter sportlicher Rivalität litten, machte der unterlegene Stuckey mit seinem harten Schlag gegen Sempahs Stirn deutlich. Und nun kümmerte sich der König von 2013 um den amtierenden, aber schwer angeschlagenen König.
Aber der Reihe nach: Nachdem bei Stuckey vor zwei Wochen ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde, war schnell klar, dass er mit der Schulmedizin nicht auf die Beine kommen würde, bis er in Pratteln spielen würde. Daher begann im Clan des Titelverteidigers die Suche nach einer alternativen Behandlungsmethode. Stuckey wurde von einem der renommiertesten Chiropraktiker Europas abgelehnt. Begründung: „Mit meiner Methode bekommen wir diesen Bandscheibenvorfall nicht innerhalb von zehn Tagen in den Griff.“
Sempach mit entscheidendem Rat
Stuckey war kurz davor, seine Teilnahme an der ESAF abzusagen. Doch dann erinnerte sich der 1,98-m-Riese an den Rat, den Sempah ihm vor zwei Jahren gegeben hatte – die biokinematische Therapie. Die Theorie der bewegten Körper aus der Mechanik wird auf lebende Objekte angewendet. „Nachdem ich wegen eines Bandscheibenvorfalls im Lendenbereich meine Karriere beenden musste, lernte ich die Biokinematik in Deutschland kennen. Dank dieser Therapie kann ich jetzt wieder alles ohne Einschränkungen machen.”
Als Stucki letzte Woche seinen königlichen Freund fragte, ob er ihm einen Therapieplatz vermitteln könne, informierte Sempach sofort den Unternehmer Markus Birchmeier. Die Familie Aargauer, die 1998 und 2001 die Eidgenössischen Kronen gewann, betreibt zusammen mit dem Cheftherapeuten Stefan Ludin ein biokinematisches Zentrum in Bad Zurzach.
“Sehr dankbar”
Und Ludin hat Stucki in drei Tagen stationärer Therapie so weit rehabilitiert, dass er morgen in Pratteln seinen Titel verteidigen kann. „Als ich Chrigu nach dieser Therapie anrief, war er sehr guter Laune. Der entscheidende Stresstest funktioniert dann auch gut. Wir sind Matthias Sempach, Markus Birchmeier und Stefan Ludin sehr dankbar», betont Stuckys Trainer Tommy Herzog.
Gut möglich, dass Mathias Sempach am Sonntagabend für seine Vermittlungsfähigkeiten von Stuckey noch einen Kuss auf die Stirn bekommt.
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