„Jedes Jahr erkranken etwa 150.000 Menschen in Italien an Herpes zoster. Auch in Südtirol erkrankt jeder Vierte früher oder später an einer Gürtelrose“, warnt Dr. Giuliano Piccoliori, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen. Als Hausarzt bemerkte er kürzlich eine stärkere Schwere der körperlichen Auswirkungen der Gürtelrose. Dies gilt insbesondere für die schlimmste Folge, die postzosterische Neuralgie. Dies sind starke Schmerzen nach Beginn der Gürtelrose. Sie ähneln denen, die durch eine Verbrennung verursacht werden, oft mit einem Stich.
Dr. Giuliano Piccoliori hat in letzter Zeit eine Zunahme von Fällen von Herpes Zoster festgestellt.
„Das liegt an der Entzündung des Nervs, die durch die Reaktivierung des Windpockenvirus entsteht“, erklärt Dr. Piccoliori. Diese Art von Schmerzen tritt in fast einem Viertel der Fälle auf. Sie können mehrere Wochen oder Monate, manchmal sogar Jahre, wenn nicht sogar ein Leben lang anhalten.
Das sind die Risikogruppen
Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund anderer Krankheiten und gesundheitlicher Probleme (z. B. AIDS, Leukämie, Transplantationen oder Dialyse). Diabetiker und ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an schweren Formen der Gürtelrose zu erkranken und zu entwickeln, auch jüngere Menschen sind stärker betroffen. „Darüber hinaus“, sagt Dr. Piccoliori stellt fest, dass “es jetzt genügend wissenschaftliche Beweise gibt, um zu bestätigen, dass Zoster häufiger bei Personen auftritt, die kürzlich mit Covid-19 infiziert wurden.”
Wirksamkeit der Impfung
Neben der Gürtelrose-Impfung ist laut Dr. Piccolioris, die seit einigen Jahren in Italien vorgeschriebene Impfung gegen Varizellen (Windpocken), ist die einzig mögliche Form der Vorbeugung gegen Herpes zoster. „Jede körperliche und seelische Belastung kann das in den Nervenknoten ruhende Windpockenvirus ‚aufwecken‘ und damit Herpes zoster auslösen“, erklärt der Hausarzt.
Eine Impfung gegen Herpes zoster kann Fälle von postzosterischer Neuralgie um etwa 65 Prozent und klinische Fälle von Herpes zoster um 50 Prozent reduzieren. Im Rahmen des staatlichen Immunprophylaxeplans 2017-2019 werden Risikopersonen und Personen über 64 Jahren kostenlos geimpft.
Add Comment