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Talia Khabrieva ist eine der besten russischen Anwältinnen. Dank ihr kann Wladimir Putin noch viele Jahre regieren.
Montreux hat schon immer die Reichen und Berühmten angezogen. Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich (1837–1898) lebte hier ebenso wie die Schriftsteller Ernest Hemingway (1899–1961) und Leo Tolstoi (1828–1910) sowie der Queen-Sänger Freddie Mercury (1946–1991). Talia Khabrieva (64) trägt solche Namen. Sie ist auch reich. Aber nicht berühmt. Zumindest nicht in der Schweiz. Das sollte ihr mehr als gut tun.
In Russland hat sie es geschafft, dass die Demokratie begraben wurde. Als Co-Vorsitzende einer Task Force ist sie nicht nur dafür verantwortlich, dass Wladimir Putin, 69, Exekutive, Legislative und Judikative vereint, sondern auch, dass sie für immer an der Macht bleiben kann. Sie lebt in Montreux, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Putin kann weitere 14 Jahre regieren
Chabrieva ist eine absolute Top-Anwältin. Mehrfach als „Anwältin des Jahres“ ausgezeichnet, galt sie bald als Spezialistin für Verfassungsrecht. Sie muss eine ausgezeichnete Beziehung zu Putin gehabt haben. Als sie im Januar 2020 vom Diktator beauftragt wurde, die russische Verfassung grundlegend zu ändern, tat sie dies ganz in seinem Sinne.
Wie der Tages-Anzeiger berichtet, hat sie mit mehreren juristischen Tricks dafür gesorgt, dass die Kreml-Herrin theoretisch bis 2036 im Amt bleiben kann. Normalerweise sind nur zwei Amtszeiten von vier Jahren erlaubt.
Doch Putin führt das Land seit 2000 – unterbrochen von vier Jahren für seinen Handlanger Dmitri Medwedew (56). Laut Chabrievas Bericht brauchte sie für diese monumentale Veränderung nur sechs Monate. Die Verfassungsänderung wurde dann vom Parlament und dann durch eine Volksabstimmung angenommen.
Allein Immobilien übersteigen das Familienvermögen deutlich
Anscheinend wurde sie für ihre Dienste gut bezahlt. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat die Oppositionspartei «Jabloko» ihre Liegenschaften gezählt. In Moskau soll sie eine Luxusvilla im Wert von rund 6 Millionen Franken besitzen. Die Wohnung in Montreux soll rund 1,6 Millionen Franken gekostet haben und 118 Quadratmeter gross gewesen sein.
Nichts, was sich eine Anwältin und Sportmanagerin – ihr Mann ist Ramil Khabriev, der bis 2015 die russische Anti-Doping-Agentur “Rusada” leitete – von ihrem Gehalt leisten kann. Chabrieva hat den russischen Steuerbehörden in den letzten acht Jahren ein kombiniertes Familieneinkommen von umgerechnet 3,2 Millionen Schweizer Franken beschert. Als die russische Oppositionspartei diese Informationen an den Generalstaatsanwalt weitergab, tat er nichts.
Chabrieva stehe Putin so nahe, dass kein Gericht in Russland sie berücksichtigen werde, sagte ein Parteimitglied gegenüber dem Tages-Anzeiger. Er fordert, dass die internationale Gemeinschaft sie untersucht. Das Parteimitglied wurde mit den Worten zitiert, Khabrieva sei einer der Hauptarchitekten von Putins Verfassungsänderungen, die seine lebenslange Herrschaft und den Rückzug der Demokratie in Russland sichern würden. „Sie hat auch die Annexion der Krim und andere Verbrechen des Putin-Regimes verteidigt.
Der Bund erkennt die Schule nicht an
Chabrieva ließ sich bequem in Montreux nieder. Sie ist dem Bericht zufolge auch akademische Leiterin der privaten Beringoff International Academy for Law. Für 15’000 Franken pro Semester wird laut Website in einem dreijährigen Kurs «die internationale Elite im Völkerrecht ausgebildet».
Die Hälfte der Ausbildung findet in der Schweiz statt, die andere Hälfte in Russland. Die Adresse der Seite führt jedoch nicht zur Beringoff Academy, sondern zu einer anderen Privatschule namens Montreux International Academy, die sich ebenfalls in russischer Hand befindet, berichtet der Tages-Anzeiger.
Wie oft sich Chabrieva in Montreux aufhielt, ist nicht bekannt. Am 23. Februar, einen Tag vor Beginn des Einmarsches in die Ukraine, soll sie jedoch dort gewesen sein. Damals hatte das Schweizer Modul der Beringhoff Academy laut einer Medienmitteilung gerade begonnen. Von der Schule selbst ist jedoch nichts zu erfahren, und eine Anfrage bleibt unbeantwortet. Die Medienstelle des Kantons Waadt teilte der Zeitung zudem mit, dass die «Beringoff International Law Academy» eine private Hochschule sei, «die weder vom Bund noch vom Erziehungsdepartement anerkannt ist».
Unklar bleibt, ob Chabrieva eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz hat. Dem Bericht zufolge taucht Chabrieva nicht auf Sanktionslisten auf. (an)
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