Stand: 31.08.2022 12:15 Uhr
In mehreren Bundesländern und Verkehrsverbünden gibt es Nachfolgeangebote für das auslaufende 9-Euro-Ticket. Was ist bereits geplant? Rezension.
Das 9-Euro-Ticket hat die Debatte um ein bundesweites Angebot für ein günstiges Bus- und Bahnticket angeheizt. Für ein Folgeticket werden derzeit mehrere Optionen diskutiert. Die Bundes-GSDP hat beispielsweise ein nationales Ticket für 49 Euro eingeführt, die Grünen wollen eine regionale Monatskarte für 29 Euro hinzufügen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wiederum hat sich für ein 69-Euro-Ticket ausgesprochen. Bundesverkehrsminister Volker Vissing (FDP) forderte zunächst eine Vereinfachung der Tarifstrukturen, sprach sich aber auch für ein weiteres Ticket aus, ohne Details zu nennen.
Während die Debatte um ein deutschlandweites Ticket noch andauert, haben einzelne Bundesländer und Verkehrsunternehmen bereits eigene Empfängerlösungen angekündigt. Welche Modelle und Aktionen gibt es?
Die Region Lüchow-Dannenberg als Vorreiter
Als erste Region bietet die niedersächsische Region Lüchow-Dannenberg ab September ein 365-Euro-Ticket an. Damit können die Buslinien im Landkreis ein Jahr lang genutzt werden. Damit gehört die Gemeinde zu den Dutzend Modellregionen für den ÖPNV in Deutschland. Dafür bekommt sie Bundesmittel.
Im baden-württembergischen Landkreis Kell wird das 9-Euro-Ticket um zwei Monate bis Ende Oktober verlängert. Sie gilt allerdings nur für das „on demand“-Angebot „KEXI“, mit dem der öffentliche Nahverkehr per Bus auf Abruf möglich ist.
Berlin will ab Oktober ein Regionalticket
In der Hauptstadt Berlin wird das 9-Euro-Ticket für die Monate Oktober bis Dezember zumindest vorübergehend durch eine regionale Variante ersetzt, so die amtierende Bürgermeisterin Franziska Giphy. Am Donnerstag soll es laut RBB ein Fachgespräch mit Vertretern des Landes Brandenburg, der Verkehrsbetriebe Berlin und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg geben. Über den Preis des neuen Tickets gibt es noch keine Informationen.
Die Finanzierung ist noch nicht klar. Schätzungen zufolge könnten allein für ein Drei-Monats-Ticket von neun Euro für den Berliner Tarifbereich staatliche Zuschüsse von rund 300 Millionen Euro erforderlich sein.
NRW verlängert Saisonkarten-Wochenendangebot
In Nordrhein-Westfalen können ÖPNV-Kunden nach Ablauf des 9-Euro-Bundal-Tickets im gesamten Bundesland kostenlos ein nationales Wochenend-Ticket nutzen, wenn sie eine Zeitkarte eines der lokalen Verkehrsverbünde besitzen. Die Aktion gilt bis Ende Oktober.
An Wochenenden, Feiertagen und Herbstferien können Dauerkarteninhaber in diesem Zeitraum das gesamte NRW-Nahverkehrsnetz nutzen. Das Ticket gilt dann für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder – oder zwei Erwachsene und bis zu zwei Fahrräder. Gilt auch für Züge auf einigen Strecken nach Osnabrück, Rheinland-Pfalz und in die Niederlande.
Ein Monat kostenloses Flex-Abo in Hamburg
In Hamburg will der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) unter anderem mit einem “Flex-Abo” Kunden binden. Wer noch kein Abo hat und bis Mitte September eines bekommt, fährt bis Ende des Monats kostenlos. Der Bezugspreis wird erst am 1. Oktober fällig.
Darüber hinaus können bestehende Zeitkartenkunden im September an Wochenenden und Wochentagen ab 11 Uhr die gesamte HVV-Zone nutzen, unabhängig vom Gültigkeitsbereich ihres Tickets. Sie können eine weitere Person und 3 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren mitnehmen.
In Hamburg wird eine neue 5-Tages-Karte zum Preis von 29,50 Euro (für die Tarifzonen Hamburg AB) eingeführt. Damit sparen HVV-Kunden 23 Prozent gegenüber dem Kauf von fünf einzelnen Tageskarten.
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