EUROPLAST: Der Kunststoffbehälterhersteller Europlast in Dellach im Drautal produziert komplett klimaneutral. Das Oberkärntner Unternehmen, das im vergangenen Jahr mit 150 Mitarbeitern einen Umsatz von 46 Millionen Euro erwirtschaftete, fertigt dünnwandige Sammelbehälter aus hochverdichtetem Polyethylen für die Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und Logistik. Dafür wird Ökostrom verwendet, teilweise aus der firmeneigenen Photovoltaikanlage. Es wird auf insgesamt 15 Spritzgussmaschinen hergestellt. Die größte davon hat eine Schließkraft von 4.500 Tonnen. Somit werden Reststoffe wieder in den Prozess zurückgeführt. Das Unternehmen fördert auch Kreislaufwirtschaftsprojekte. So werden beispielsweise Altmülltonnen in der hauseigenen Recyclinganlage zu neuen Behältern – Ökotonnen genannt – umgebaut.
HILTI: Hilti gilt als größter Montage-, Bearbeitungs- und Wärmebehandlungsbetrieb in der Produktion von Bohrern, Hämmern, akkubetriebenen Direktanbaugeräten und teilautonomen Bohrrobotern. Aber auch als Vorreiter für die Digitalisierung: Perfekte Prozesse fand das Evaluierungsteam von Fraunhofer Austria auch in der thüringischen 2.300-Einwohner-Gemeinde in der Region Vorarlberg Bludenz. Photovoltaikanlagen, die das gesamte Hallendach bedecken, decken etwa ein Zehntel der benötigten Energie. Zudem wird dank der zukunftsweisenden Bauweise des Geländes Erdwärme genutzt. Gebäudebeheizung und Wärmebehandlung sind derzeit die versorgungskritischsten Prozesse. Und einige der Wärmebehandlungsöfen seien bereits „auf Elektrobetrieb umgerüstet worden“, erklärt Betriebsleiter Christopher Holzer.
KOENIG & BAUER (AT): Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Halle decken ein Fünftel des Strombedarfs bei Koenig & Bauer im Mödlinger Wertpapiermaschinenwerk. In naher Zukunft könnte die Leistung der Photovoltaikanlage mit zusätzlichen 1.200 Kilowatt verdreifacht werden. Bei Gefahr von Gasverstopfungen im Winter wurden Ölheizungen bestellt. Zwei Notstromaggregate liefern Strom bei Stromausfall. Maßnahmen wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung zahlen sich aus: Sie halten den Energieverbrauch niedrig. Auch auf die Energiebilanz wirkt sich der radikale Umbau der Anlage, der kurz vor dem Abschluss steht, positiv aus: Eine um elf Prozent höhere Effizienz wird durch zentrale Vor- Montage der drei Stromlinien. Auf die bisher auf mehrere Hallen verteilten Vormontageinseln folgt eine neu gestaltete Halle.
NBG Fiber: Mitte Juli wurde auch Europas einzige Glasfaser-Preform-Fabrik NBG Fiber von Fraunhofer Austria begutachtet. Was das Evaluierungsteam im Waldviertel vorfand, beschreibt Christian Zwetler sehr vereinfacht so: „Wir sind ein klassischer industrieller Hybrid, irgendwo zwischen Halbleiter- und Pharmaindustrie“, sagt der CTO. Tatsächlich sind viele Dinge, die Big Player wie Infineon aus Villach auszeichnen, auch am NBG-Standort in Gmünd zu finden: modernste Reinraumtechnik, aber auch hochautomatisierte Prozesse. Einerseits hat die NBG, die seit mehr als 25 Jahren im Bereich Lichtwellenleiter tätig ist, einen guten Ruf. Andererseits ist das Werk, in dem die Niederösterreicher in den härtesten Produktionswettbewerb Österreichs einsteigen, hochmodern: 2018 verfolgte das Team um Inhaber Karl Bauer schnell die Idee, über eine Eigenständigkeit in die Produktion von Glasfaser-Preforms einzusteigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausschließlich in Europa. Auf dem Firmengelände in Gmünd wurde eine Produktionsanlage errichtet, die allen Anforderungen gerecht wird.
Siemens Mobility Österreich: CO2-Neutralität bis 2030, kompletter Gasausstieg bis zum nächsten Frühjahr: Am Standort Wien von Siemens Mobility, einem Werk mit 175-jähriger Tradition, geht es ans Werk. Im Fokus steht die Warmwasserbereitung, sie dient vor allem dazu, den Primärenergieträger durch Luftwärmepumpen oder Biogas zu „ersetzen“. Das Geschäft ist auch in anderer Hinsicht dynamisch. Night Jet Trains, ein wachsendes Segment und kürzlich von den ÖBB für die Strecke Brüssel – Wien bestellt, sorgen hier in Zimmering für Auslastung. Hochgeschwindigkeitszüge kommen aus dem Siemens-Werk in Krefeld, Lokomotiven aus München, Drehgestelle aus Graz – Personenwagen und die U-Bahn, zum Beispiel für die London Underground, auf der anderen Seite aus Wien.
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