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Entsetzen über den Tod von Politikern der GSVP

23. September 2022 um 14:43 Uhr

SPD-Abgeordneter mit 56 Jahren gestorben: Entsetzen über den Tod von Rainer Keller

Der Abgeordnete der GSDP im Bundestag Rainer Keller. (Archivfoto)
Foto: Inga Haar/Deutscher Bundestag

Wesel/Berlin Der Tod des 56-jährigen Bundestagsabgeordneten hat vor allem bei Genossen vom nördlichen Niederrhein und in der Bundeshauptstadt große Besorgnis ausgelöst. Keller wurde am Donnerstag tot in seiner Bürowohnung in Berlin aufgefunden. Die Todesursache ist noch unklar.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Donnerstagabend die Nachricht unter den Genossen in Wesel, dass der Berliner Bundestagsabgeordnete Rainer Keller plötzlich und unerwartet verstorben war. Einige sollen zunächst gehofft haben, es handele sich um Fake News. Doch die Nachricht entpuppte sich schnell als bittere Wahrheit. Rainer Keller soll am Donnerstag nicht wie gewohnt in seinem Büro in Berlin erschienen sein. Alarmierte Beamte fuhren daraufhin zu Kellers Amtssitz, wo der 56-Jährige tot aufgefunden wurde. Zur Todesursache gibt es keine offiziellen Angaben.

Im November 2020 wurde Rainer Keller überraschend als Kandidat für die Bundestagswahl im September 2021 nominiert, obwohl er bis dahin keine führende politische Rolle in Wessel gespielt hatte. „Rainer Keller wurde zu einem Zeitpunkt als Bundestagskandidat nominiert, als es für die GSDP nicht gut aussah. Aber dann hat er einen glänzenden Wahlkampf geführt“, sagte der Vorsitzende des Weseler Stadtverbandes, Martin Wegner, im Gespräch mit unserer Redaktion. Keller gewann dann tatsächlich das Direktmandat im Wahlkreis Wesel I. Er erhielt mehr als 34 Prozent der Erststimmen. Die CDU-Abgeordnete Sabine Weiss liegt bei knapp 30 Prozent.

Informationen Reaktionen auf den Tod von Rainer Keller
Foto: FUNKE Fotoservice/Ulla Michels

Vor der Bundestagswahl war Rainer Keller in der Stadt vor allem als Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Wesel und Rotkreuz-Beauftragter im Kreisverband Niederrhein bekannt. Besondere Verdienste erwarb er sich in den Jahren 2015 und 2016, als er dafür sorgte, dass die vielen Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Syrien in Wesel angesiedelt wurden. Auch während der Corona-Pandemie zeigte er überdurchschnittliches Engagement. Der damalige Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller (SPD), würdigte den Parteifreund im Mai 2020. Übrigens, weil Keller die Kreisverwaltung unterstützte – etwa bei der Anschaffung von Desinfektionsmitteln und Mundschutz.

Rainer Keller kam 1984 über Jusos zur SPD, verschob sein Vorstandsengagement jedoch aus familiären und beruflichen Gründen. Seit 2017 engagiert sich Keller verstärkt im Ortsverein Wesel-Mitte/Büderich/Ginderich, seit 2019 ist er Beisitzer im Vorstand. Zuletzt kandidierte er für Stadtrat und Kreistag, war informierter Bürger in der Weseler Stadtentwicklungskommission.

Rainer Keller (Jahrgang 1965) wuchs als fünftes und jüngstes Kind in einer Arbeiterfamilie in Hünxe-Drevenac auf. 1974 zog die Familie nach Wesel, wo er das Gymnasium Nord (heute Konrad-Duden-Gymnasium) und anschließend die Gertrud-Bäumler-Schule für Sozialpädagogik in Duisburg besuchte. Keller hat nach eigenen Worten als öffentlicher Dienstleister im Rettungsdienst der Stadt Essen für den Arbeiter-Samariter-Bund “Blut geleckt”. Der Wunsch, soziale Aktivitäten zu studieren, verflog. Keller wurde Krankenschwester und Sanitäter. Er hat für Medizintechnik-Unternehmen wie Fujifilm, Medtronic und Angiodynamics Inc. in leitenden Positionen gearbeitet und Auslandserfahrung gesammelt. Zuletzt war er Senior Key Account Manager bei der Vivamus Medical GmbH im hessischen Bensheim, die Produkte für minimal-invasive Tumortherapien vertreibt.

Neben seiner langjährigen Lebensgefährtin trauert auch sein Sohn aus erster Ehe um den Verstorbenen.

(Ich weiss)