Wirtschaft Energiekrise und Inflation
Ifo-Index fällt erneut – “Deutsche Wirtschaft schlittert in Rezession”
Stand: 11:24 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Durch die Strompreiserhöhung ist die Stimmung in deutschen Unternehmen eingetrübt
Quelle: dpa/Julian Stratenschulte
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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September deutlich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 4,3 Punkte auf 84,3 Punkte gefallen – ein stärkerer Rückgang als von Volkswirten erwartet.
Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im September stärker als erwartet eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist von 88,6 Punkten im Vormonat auf 84,3 Punkte gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag in seiner Befragung von rund 9.000 Führungskräften mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 87,0 Punkte gerechnet.
„Die deutsche Wirtschaft geht in eine Rezession“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Der Pessimismus für die kommenden Monate hat deutlich zugenommen.“ Noch skeptischer als zuvor sind die Befragten hinsichtlich der Geschäftslage und -aussichten.
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„Wir sehen an allen Fronten ein großes Negativ“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Vollrabe in einem Interview mit Reuters. „Gerade die energieintensiven Branchen sehen dem Winter äußerst pessimistisch entgegen.“ Die Branche blicke mit großer Sorge auf die nächsten sechs Monate, erklärte Ifo-Chef Fuest. „Das letzte Mal, dass die Erwartungen so pessimistisch waren, war im April 2020.“ Die Stimmung verschlechterte sich in fast allen Sektoren.
Im Dienstleistungssektor brach das Ifo-Barometer ein
Der gesamte Ifo-Index signalisiere im Wintersemester mehr denn je eine Rezession, betonte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Kramer. Der Energiepreisschock führt zu einem Einbruch der Kaufkraft der Verbraucher und macht die Produktion vieler Unternehmen unrentabel. „Deutschland ist durch die enorm gestiegenen Energieimportpreise ärmer geworden“, sagte Kramer. „Uns steht ein wirtschaftlich schwieriger Winter bevor.
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Im Dienstleistungssektor brach das Ifo-Barometer ein. Das Gastgewerbe ist besonders vorsichtig mit harten Zeiten. Im Handel verschlechterte sich das Geschäftsklima erneut. „Im Einzelhandel sind die Erwartungen sogar auf ein Allzeittief gefallen.“ Auch bei großen Baudeals war der Index spürbar niedriger.
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Erhöhung der Erzeugerpreise
Trotz der Folgen des Krieges in der Ukraine konnte die deutsche Wirtschaft im Frühjahr noch ein Mini-Wachstum von 0,1 % verbuchen. Derzeit sind die Aussichten jedoch aufgrund der sich verschärfenden Energiekrise und der hohen Inflation düster. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Wirtschaft im zu Ende gehenden Sommerquartal etwas schrumpfen und dann Ende 2022/Anfang 2023 sogar merklich an Schwung verlieren wird.
Nach Schätzungen der OECD, der Organisation der Industrienationen, dürfte Deutschland im kommenden Jahr zu den Ländern gehören, die am stärksten von einer schrumpfenden Wirtschaft betroffen sind. 2022 soll das Wachstum bei 1,2 Prozent liegen, 0,7 Punkte weniger als zuvor. 2023 dürfte die Wirtschaft um 0,7 Prozent schrumpfen, 2,4 Punkte weniger als noch im Juni prognostiziert. „Die Weltwirtschaft hat in diesem Jahr an Schwung verloren“, teilte die OECD am Montag mit.
Er erwartet auch, dass die Inflation sehr hoch bleiben wird. Im Jahr 2022 wird die Inflation in Deutschland voraussichtlich 8,4 Prozent und im Jahr 2023 – 7,5 Prozent betragen. Das sind 1,2 bzw. 2,8 Punkte mehr als zuvor.
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