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4000 Signale der Fahrradpolizei – wien.ORF.at.

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Im vergangenen Jahr stellte die Wiener Fahrradpolizei mehr als 4.000 Verkehrsdelikte aus – so viele wie noch nie. Die größten Herausforderungen sind die Zunahme des Fahrradverkehrs im Allgemeinen und Elektroroller im Besonderen.

22.04.2022 08.07

Heute um 8.07 Uhr online

Nicht nur die E-Scooter-Unfälle haben in den letzten Jahren zugenommen, auch nicht zugelassene Typen kommen häufig zum Einsatz – vor allem bei bauartbedingten Geschwindigkeiten oberhalb der eigentlich erlaubten 25 km/h. Nach Angaben des Innenministeriums waren im Jahr 2021 fast 340 E-Scooter-Fahrer betrunken und mehr als 200 E-Scooter-Fahrer unter Drogeneinfluss stehengeblieben. Zudem sind rund 200 Verkehrsunfälle mit diesen Fahrzeugen dokumentiert – fast 160 davon mit Verletzungen.

Vor allem im Gürtel

Insgesamt habe der Radverkehr in der Bundeshauptstadt zwischen zehn und 20 Prozent zugenommen, sagte Oberst Thomas Losco, Geschäftsführer der Wiener Landesverkehrsabteilung, im Gespräch mit der APA. Die Corona-Pandemie war sicherlich ein Beschleuniger dieser Entwicklung. Im Vergleich zu Autofahrern gibt es mehr Radfahrer, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten. Der Anteil ist jedoch nicht so groß, wie manche Auto- oder Fußgängerfahrer vielleicht denken. Laut Losko würde sich ein „schwaches Viertel“ der Motorradfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten.

Im Allgemeinen bewegen sich Fahrradpolizisten in der ganzen Stadt, hauptsächlich jedoch innerhalb des Gürtels auf größeren Fahrradrouten wie dem Ring oder dem Gürtel. Insgesamt werden 1.700 Kilometer Radwege überwacht. Die am häufigsten geahndeten Vergehen seien das Ignorieren roter Ampeln, das Telefonieren mit dem Fahrrad und das Fahren auf dem Bürgersteig, hieß es in der Erklärung.

100 Beamte im Einsatz

Fahrradpolizisten gibt es in Wien seit 2007, seit einem Jahr sind sie als eigene Abteilung Teil der Regionalverkehrsabteilung – und deshalb sozusagen im Volleinsatz. Derzeit gibt es in Wien insgesamt 100 ausgebildete Fahrradpolizisten. Sie absolvierten ein spezielles einwöchiges Training, das in Zusammenarbeit mit der Bundessportakademie Graz durchgeführt wird. Der Fuhrpark umfasst 40 Mountainbikes, acht E-Bikes und zwei E-Bikes.

Letztere sind extra mit Blinklicht und anschließender Hupe ausgestattet und erklärt im Gespräch mit der APA auch, warum es mehr Mountainbikes als eigentlich schnellere und weniger leistungsstarke E-Bikes gibt. Das hat mit Praktikabilität zu tun. Ist der Akku des E-Bikes einmal leer, lässt es sich aufgrund des Gewichts deutlich schwerer in die Pedale treten. Mountainbikes sind wendiger und einfacher zu warten, beispielsweise bei kleineren Schäden.

Der Ausbau ist für dieses Jahr geplant

Für dieses Jahr ist geplant, den Block weiter auszubauen. Mehr als 60 Fahrradpolizisten sollen in Wien ausgebildet werden. Außerdem wurden vier Instruktoren ausgebildet. Außerdem müssen 20 Mountainbikes und zehn E-Bikes angeschafft und geliefert werden. „Die Fahrradpolizei ist ein neuer Eckpfeiler der Verkehrssicherheit. Ein Erfolgsmodell, das vom internationalen Vergleich nicht abweichen darf“, sagte Innenminister Gerhard Carner (ÖVP).