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Ziele des Krieges im Kreml: Putins General will in die abtrünnige Republik Moldau einmarschieren

Veröffentlicht 23. April 2022, 23:03 Uhr

Mit dem Großangriff auf die Ostukraine kündigte Russland die sogenannte zweite Phase des Krieges an. Ein russischer Generalmajor weist nun auf Transnistrien als mögliches weiteres Eroberungsziel hin.

Niemals seit Beginn des Krieges hat Russland die Ziele seines Angriffskrieges so klar artikuliert wie jetzt. Ein hochrangiger Militärbeamter sagte, Donbass sei nicht das einzige Gebiet, das Wladimir Putin „befreien“ wolle. „Seit Beginn der zweiten Phase der Spezialoperation vor zwei Tagen besteht eine der Aufgaben der russischen Armee darin, die Kontrolle über den Donbass und die Südukraine zu übernehmen. Damit wird eine Landbrücke zur Halbinsel Krim geschaffen“, sagte Generalmajor Rustam Minekajew, Kommandeur des Zentralen Militärbezirks, der staatlichen Nachrichtenagentur TASS.

Die Landbrücke zur Krim wäre zwar spätestens mit der Eroberung Mariupols gebaut – Putin hat die Eroberung der Stadt bereits angekündigt – doch das reicht dem Kreml-Chef offenbar nicht. Gegenüber der Rüstungsindustrie deutete Minekajew auch an, Russland wolle sich die gesamte Schwarzmeerküste der Ukraine einverleiben. Dann wird der Weg nach Moldawien geöffnet, wo Russland die separatistische Region Transnistrien unterstützt. Deshalb ist die moldauische Regierung gegenüber Putins Vorgehen in der Ukraine besonders misstrauisch. Mit der Eroberung Transnistriens rückt Russland hunderte Kilometer nach Westen vor.

Transnistrien ist völkerrechtlich Teil der Republik Moldau. Das dortige De-facto-Regime wird von Russland aufrechterhalten und von keinem Land der Welt offiziell als souveräner Staat anerkannt. Neben moskautreuen paramilitärischen Einheiten sind bis zu 1.500 russische Soldaten in Transnistrien stationiert.

Die neuen Äußerungen des russischen Kommandanten haben in der Republik Moldau Wellen geschlagen. Die Regierung in Chisinau hat den russischen Botschafter vorgeladen. Das Außenministerium erklärte auf seiner Website, es wolle seine „tiefe Besorgnis“ über die Äußerungen von Rustam Minekajew zum Ausdruck bringen.