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Prozess gegen Johnny Depp: Der Psychologe sieht bei Hurd eine Borderline-Störung

Der Prozess gegen Johnny Depp Der Psychologe sieht bei Hurd eine Borderline-Störung

27. April 2022, 06:19 Uhr

Johnny Depp verklagt seine Ex-Frau Amber Heard wegen falscher Anschuldigungen wegen häuslicher Gewalt. Der US-Schauspieler sieht sich als Opfer einer brisanten Beziehung. Ein psychologisches Gutachten stellte bei dem 36-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung fest.

Im laufenden Verleumdungsprozess, den Fluch der Karibik-Star Johnny Depp gegen seine Ex-Frau Amber Heard führt, haben unter anderem ein Psychologe und ein Polizist Zeugen genommen. Die forensische Psychologin Shannon Curry sagte vor dem Fairfax County Court, Virginia, aus, dass sie herausgefunden habe, dass Hurd an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide.

Der Psychologe Curry beschreibt Amber Heard als emotional instabil.

(Foto: AP)

Curry wurde von Depps Anwälten beauftragt, ein Gutachten über Hurd zu erstellen. Sie prüfte unter anderem Gesundheitsakten und Audioaufnahmen und traf sich mit der Schauspielerin zweimal zu Tests. Ihr zufolge neige Hurd zu emotionaler Instabilität und plötzlichen Wutausbrüchen, die auch mit Gewalt einhergehen können.

Depps Anwälte hoffen, dass die Aussage die Aussage des Schauspielers stützt, der sich selbst als Opfer in der explosiven Beziehung bezeichnete. Im Zeugenstand sagte Depp unter Eid, dass er Hurd nie geschlagen habe. Am Montag schloss er seine viertägigen Erklärungen ab. Im Kreuzverhör der Anwälte seiner Ex-Frau wurde er mit Videos, Fotos und Tonaufnahmen konfrontiert, von denen einige schockierend waren, dass Hurds Anwälte ein Bild von Depp als Süchtigen mit heftigen Zusammenbrüchen zeichnen wollten. Auch Hurd soll in dem mehrere Wochen dauernden Prozess aussagen.

Geschieden nach 15 Monaten Ehe

Die Schauspielerin reichte 2016 nach nur 15 Monaten Ehe die Scheidung ein. Sie warf dem Hollywood-Star häusliche Gewalt vor. In seinem Zivilverfahren behauptet Depp, seine Ex-Frau habe in einer Veröffentlichung der Washington Post aus dem Jahr 2018 über häusliche Gewalt falsche Angaben gemacht. Das würde seinem Ruf schaden. Depp klagt auf etwa 50 Millionen Dollar (gut 45 Millionen Dollar) Schadensersatz wegen Verleumdung.

Auch die Aussage einer Polizistin in einer vorab aufgezeichneten Videoschaltung wurde am Dienstag im Gerichtssaal gezeigt. Melissa Saenz beschrieb, wie sie in ihr Penthouse in Los Angeles gerufen wurde, nachdem sich das Paar im Mai 2016 gestritten hatte. Sie fand Hurd weinend vor, fand aber keine Anzeichen von Verletzungen oder Sachschäden am Haus. Saenz sagte aus, dass sie Hurd nicht als Opfer häuslicher Gewalt sehe. Einige Tage nach dem Vorfall teilte die Schauspielerin den Behörden mit, dass Depp sie verletzt habe.