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Der Nationalrat erhöht die Fahrtkostenpauschalen und den Euro bis Juni 2023

Kontroverse Diskussion um Minderungsmaßnahmen

Wien (PC) – Der Nationalrat widmete sich heute dem sogenannten Energiepaket, unter anderem einer Erhöhung der Fahrtkostenpauschale. ÖVP und Grüne setzen damit ein zusätzliches Hilfspaket gegen die Inflation aufgrund steigender Energie- und Spritpreise um. Im Nationalrat haben ÖVP und Grüne für das aktuelle Energiepaket gestimmt. In einer separaten Abstimmung über die verschiedenen Bereiche des Gesetzespakets änderte sich jedoch die Mehrheit. Die Senkung der Erdgassteuer wurde von allen Parteien unterstützt und einstimmig beschlossen. Zwei Entschließungsanträge von Oppositionsparteien blieben in der Minderheit.

Karlheinz Kopf (ÖVP) wies darauf hin, dass steigende Preise für die Österreicher eine “extreme Belastung” seien, weshalb laufend Maßnahmen ergriffen würden. Jakob Schwartz (Grüne) betonte, dass sich die beiden Hilfspakete von rund 1,7 Milliarden Euro (erstes Paket) und knapp 2 Milliarden Euro (zweites Paket) insgesamt auf die Inflation auswirken werden. Energiegutscheine in Höhe von 150 Euro würden am Donnerstag verschickt und lägen bald im Briefkasten, betonte er, die ergriffenen Maßnahmen sollten gesamthaft betrachtet werden. Kopf räumte ein, dass bei gleichbleibenden Preiserhöhungen weitere Maßnahmen erforderlich seien. Auch die Mieten sollten laut Kopf nicht vergessen werden.

Erhöhung der Reisekostenpauschale bis Juni 2023

Die Reisekostenpauschale wird laut Initiative zeitlich befristet um 50 % erhöht. Die Regelung gilt von Mai 2022 bis Juni 2023. Außerdem muss in diesem Zeitraum der Euro für den Arbeitsweg vervierfacht werden. Für Steuerpflichtige, die keine Steuern zahlen, erhöhen sich die Sozialversicherungskosten um 100 Euro.

Aber auch Unternehmen müssen durch eine Senkung der Erdgassteuer und der Stromsteuer aufgrund höherer Energiepreise entlastet werden. Auch die Steuern werden für einen begrenzten Zeitraum auf das europäische Mindeststeuerniveau gesenkt. Dann sind es 0,021 pro Kubikmeter oder Kilowattstunde. Bei der Land- und Forstwirtschaft ist eine Liquiditätsverbesserung durch eine Konzession für Agrardiesel geplant, d.h. Steuererleichterungen für die Verwendung von Diesel. Daher sollte unter Berücksichtigung der Verbrauchswerte sowie der Art und Größe der Ackerflächen eine Steuerentlastung für Mineralöl in Höhe von 7 Cent pro Liter vorgesehen werden. Auch hier gilt eine Frist.

Klaus Lindinger (ÖVP) brachte eine Novelle mit technischen Anpassungen bei der Mineralölsteuer ein. Vergütungsanträge müssen insbesondere zwischen dem 1. September 2022 und dem 31. Oktober 2022 bei der Agrarmarkt Austria eingereicht werden. Beträge unter 50 Euro werden nicht ausgezahlt, erklärte Lindinger.

FPÖ kritisiert „Tropfen auf den heißen Stein“

Hubert Fuchs (FPÖ) schätzt, dass im Rahmen der Sozialversicherungsnachforderung 60 Euro bei der Steuerveranlagung 2023 und weitere 40 Euro bei der Nachveranlagung 2024 gezahlt werden. Das sei „nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein“, er betonte er, er prognostiziere durch die Abschaffung des Dieselprivilegs einen weiteren Anstieg des Dieselverbrauchs. Seit dem 1. Januar 2011 werde die Fahrtkostenpauschale nicht mehr bewertet, fügte er hinzu. Auch bei der seit Juli 2008 unveränderten offiziellen Kilometerleistung besteht seitens der FPÖ dringender Handlungsbedarf. Für Abgeordneten Peter Schmidlechner, der bei den Bauernhöfen Halt machte, ging die Erleichterung nicht weit genug. Mit einem umfassenden Entschließungsantrag forderte Schmidlechner weitere Entlastungen für Österreich. Unter den zwölf Punkten sind Forderungen nach einer sofortigen massiven Steuersenkung auf Benzin und Diesel sowie einer deutlichen Erhöhung der Fahrtkostenpauschale. Zudem forderte die FPÖ erneut die sofortige Abschaffung der C02-Steuer, um weitere Spritpreiserhöhungen zu verhindern.

Das Gesamtpaket habe einen Wert von 4 Milliarden Euro und sei damit „alles, aber kein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Finanzminister Magnus Bruner der FPÖ. Auch das Volumen der österreichischen Entlastung ist im europäischen Vergleich sehr hoch. Die Österreicher würden nun durch die Steuerreform entlastet, betonte er. Das Energiepaket sei ein ausgewogenes Paket für alle Bevölkerungsschichten, sagte Bruner. Es gibt eine relativ größere Entlastung für niedrigere Einkommensgruppen.

SPÖ für zusätzliche Entlastung

Kai Jan Krainer (SPÖ) warf der Regierung vor, monatelang zu überwachen, bis zu wenig und zu spät gegen die Inflation vorgegangen werde. Außerdem spricht die ÖVP von einer Verdopplung der Fahrtkostenpauschale statt einer 50-prozentigen Erhöhung. Krainer wollte den Antrag noch einmal im Finanzausschuss diskutieren, um ein “besseres” Maßnahmenpaket zu erarbeiten. Der entsprechende Verweisungsantrag fand jedoch im Plenum keine Mehrheit.

Selma Yildirim (SPÖ) forderte einen Beschlussantrag zur Aussetzung der Lebensmittelumsatzsteuer. Während die Menschen unter steigenden Preisen leiden, verdient der Finanzminister in diesem Jahr bis zu 50 % mehr an Mehrwertsteuer- und Stromeinnahmen – statt 800 Mio. € werden nun 1,2 Mrd. € prognostiziert. Insgesamt schätzen Experten die Mehreinnahmen der Regierung auf rund 11 Milliarden Euro, sagte Yildirim.

NEOS gegen die Erhöhung der Fahrtkostenpauschale

Karin Doppelbauer (NEOS) bemängelte fehlende Kostenschätzungen für die geplanten Maßnahmen. Die Anhebung der Fahrtkostenpauschale beziehe sich vor allem auf Menschen, die sie nicht wirklich benötigen, erklärte der Abgeordnete und erklärte, dass 40 Prozent der Reisenden in die höchste Steuerklasse fallen. Für NEOS war die Frist zu lang gewählt, denn laut Doppelbauer sinken die Spritpreise bereits wieder. Doppelbauer vermutet daher, dass die lange Frist mit der anstehenden Landtagswahl in Tirol zusammenhängt.

Finanzminister Bruner betonte, dass die Erhöhung der Zulagen für den Arbeitsweg schnell helfen solle. Andererseits wäre Greening eine systemische Veränderung und sollte daher nicht schnell umgesetzt werden. Ausgehend von der Einschätzung, dass eine Normalisierung der Preise noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde, betonte Jakob Schwartz (Grüne), dass zur Erleichterung der Planung eine längere Frist für Energiesteuern gewählt worden sei. Sie wollten auch sicherstellen, dass es während der Winterheizsaison nicht zu höheren Preisen kommt. Der Entlastungseffekt sei jedenfalls größer als mit einer Senkung der Mineralölsteuer, sagte der Finanzminister gegenüber Doppelbauer. (Fortsetzung Nationalrat) gla

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