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Nordwestschweiz: Freizeitgärtner müssen jetzt die Ausbreitung der Tigermücke stoppen

Aktualisiert28. April 2022, 09:10 Uhr

Während der Kanton Baselland den Ansturm aggressiver Blutsauger stoppen konnte, kämpft Basel-Stadt gegen die Ausbreitung von Familiengärten.

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Die Tigermücke breitet sich in der Nordwestschweiz weiter aus. Bekämpfungsmaßnahmen haben unterschiedlichen Erfolg.

CDC / James Gatani

Behörden in Basel und Baselby sehen Freizeitgärten als Hotspots. In der Umgebung gibt es viele Brutstätten in Form von stehenden Gewässern.

Tameia / Nicole Pont

Gemeinsam mit Mietern wollen beide Kantone ihre Bemühungen im Kampf gegen die Tigermücken verstärken.

Tameia / Nicole Pont

  • Die Tigermücke ist gekommen, um zu bleiben.

  • Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft bekämpfen invasive Arten mit unterschiedlichem Erfolg.

  • Behörden erkennen Hotspots an, insbesondere in Freizeitgärten.

«Freizeitgärten im Kanton Basel-Stadt entwickeln sich immer mehr zu Hotspots für die Zucht von Tigermücken», schrieben die Basler Behörden am Mittwoch. Vor allem die Vielzahl möglicher Brutplätze begünstigte dort die Brut. Die betroffene Fläche hat trotz Sensibilisierung der Mieter und trotz Kontrollmaßnahmen zugenommen.

Deshalb will die Stadtgärtnerei Basel-Stadt ihre Anstrengungen im Bereich Freizeitgärten verstärken, wie es heisst. Zusammen mit den Gartenkeulen werden zusätzliche Netze und Gummideckel verteilt, um die Regentonnen abzudecken. In unvermeidlichen Brutstätten müssen die Pächter im Umgang mit einem biologischen Mittel geschult werden, das die Larven abtötet. Der Kanton sieht die Massnahmen als wirksam an: 2021 wurden im Bezirk Neubad nur zwei Tigermückeneier in einem Fall gefunden.

Baselland ist ein Erfolg

In Birsfelden BL könne die Tigermücke jedoch gestoppt werden, teilte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) mit. Die Verteilung der einzigen ansässigen Bevölkerung im Kanton wurde in einem Gartenerholungsgebiet gestoppt. Und hier will man Akzente setzen. Generell zeigt sich, dass die Maßnahmen gewirkt haben, weil die Meldungen in den betroffenen Gebieten zurückgehen.

Das Problem ist jedoch, dass Tigermücken immer wieder in neue Gebiete eingeschleppt werden. Deshalb fordern beide Kantone die Bevölkerung auf, ihren Beitrag zur Bekämpfung aggressiver Stechmückenarten zu leisten. Das Meiden von Brutstätten wird als „wichtigste und einfachste Maßnahme“ bezeichnet. Stagnierendes Wasser muss auch in den kleinsten Behältern verhindert werden. Ist dies nicht möglich, sind die Behälter regelmäßig zu entleeren und zu reinigen. Die Behörden wollen ausserdem, dass verdächtige Funde dem Schweizer Mückennetz gemeldet werden.

Es gibt Mücken, es gibt (noch) keine Krankheiten.

Im Februar wurden im Schweizerischen Tropeninstitut 54 der 246 Fallen der Region positiv auf Tigermücken getestet. Ein Stich der Tigermücke kann schwere Hautreaktionen hervorrufen und Krankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Viren übertragen. Gemäss BUD wurde in der Schweiz keine Übertragung der Tigermückenkrankheit festgestellt. Daher wird das Übertragungsrisiko mittlerweile als gering eingeschätzt.

Lokale Ausbrüche von Tropenkrankheiten sind bereits in südlichen Breiten wie Italien, Spanien und Südfrankreich aufgetreten. Im Mai 2021 wollte die Basler SP-Nationalrätin Sarah Weiss vom Bundesrat wissen, was die Landesregierung gegen die Tigermücke unternehme. Im August antwortete der Bundesrat, dass verschiedene Monitoring-Projekte finanziert würden. Er empfahl, den Ansatz des Kantons Tessin als Richtschnur zu übernehmen, den er als «effektiv, effizient, nachhaltig und situativ angemessen» erachte.

Der Einsatz ungewöhnlicherer Methoden obliegt gemäss Bundesrat den Kantonen bzw. Forschungsinstitutionen. Dazu gehört zum Beispiel das Infizieren von Tigermücken mit eierschädigenden Bakterien oder das Sterilisieren von Insekten mit Gammastrahlen. Eine Methodenkombination wurde in China erfolgreich getestet.

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