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Besuche in Kiew und Moskau: Nehamer „schockiert“ über Selenskyjs Behauptungen über tote Kinder

Veröffentlicht 1. Mai 2022, 12:04 Uhr

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nechamer sprach in verschiedenen Medien über seine Besuche in Kiew und Moskau. Er sprach von der Gefahr eines Atomkriegs und seiner Beschämung über die Opfer in der Ukraine.

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Nehamer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Selenski am 9. April 2022.

Reuters

Zu Besuch in der Ukraine …

über REUTERS

… Nehamer besuchte auch das Massengrab in Bucha.

AFP

  • Der österreichische Bundeskanzler Karl Nechamer besuchte im April die Ukraine und Moskau.

  • Er spricht jetzt über sein Gespräch mit Wladimir Selenski – und seine Vorwürfe gegen Österreich.

  • Er sprach auch über seine internen Turbulenzen um die Waffenlieferungen.

Bundeskanzler Karl Nechamer (ÖVP) hat am Sonntag in mehreren Interviews neue Einschätzungen zum Krieg in der Ukraine abgegeben. Besonders aufgebracht ist die Bundeskanzlerin darüber, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Österreich vorgeworfen hat, „tote Kinder für russisches Gas zu akzeptieren“, wie er der Presse am Sonntag (Bezahlartikel) sagte: „Das war einer der schlimmsten Momente, die man als Bundeskanzler erleben konnte, als man bist selbst Vater. Und ich kann es immer noch nicht ändern.”

Nehamer sei von den Vorwürfen „erschüttert“, berichtet Heute. Er ist aber für Österreichs Energiesicherheit zuständig. Zudem habe sich Wladimir Putin nach Angaben der Bundeskanzlerin bei seinem Besuch in Moskau “von sich aus” für die Gasfrage ausgesprochen, die Initiative gehe nicht von ihm aus. Aber selbst wenn es zu einem russischen Gas-Shutdown kommen sollte, der Österreich treffen würde, habe die Bundesregierung „selbstverständlich“ einen Plan, wie es weitergehen solle, wie er auch dem Kurier (Bezahlartikel) mitteilte.

“Russland hat kein Interesse an Friedensgesprächen”

Und wie hoch schätzt die Bundeskanzlerin die Gefahr ein, dass auch Mitteleuropa in den Krieg in der Ukraine verwickelt wird? “Jeder Tag, an dem der Krieg länger dauert, erhöht das Risiko eines großen Krieges”, sagte die Kanzlerin, sagte aber: “Sie sollten keine Angst vor einer Rakete nach Österreich haben.” Allerdings äußerte sich Nehamer erstmals zu einer möglichen atomaren Bedrohung Österreichs. Ob es eine radioaktive Wolke gegeben habe, “hängt vom Wetter und der Windrichtung ab”, sagte die Kanzlerin.

Auf russischer Seite sieht Nehamer “derzeit kein Interesse” an den Friedensgesprächen: “Solange die Waffen sprechen, bleiben die Friedensgespräche im Hintergrund.” Nehamer betonte, dass „zwei Herzen in meiner Brust schlagen“, wenn es beispielsweise um die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland in die Ukraine gehe. Einerseits müssen die Waffen ruhen, andererseits hat Russland kein Interesse an Verhandlungen und greift die Ukraine weiter an.

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(heute.at)