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Der Flughafen Schiphol ist überlastet: KLM stellt den Ticketverkauf ein

Stand: 26.05.2022 17:31

Der Flughafen Schiphol in der Nähe von Amsterdam ist so überfüllt, dass sich die Passagiere manchmal auf der Straße anstellen. Die wenigen Mitarbeiter kommen mit den Aufräumarbeiten nur schwer zurecht. Daher will KLM bis Montag keine Tickets mehr verkaufen.

Die niederländische Tochter der französischen Fluggesellschaft Air France-KLM zieht den Bogen: Das Unternehmen hat den Verkauf von Tickets für alle Flüge eingestellt, die vom Flughafen Schiphol bei Amsterdam abfliegen. Das gelte bis Montag, teilte KLM mit.

Kunden, die bereits Reisen für die nächsten drei Tage gebucht haben, sollen auf andere Flüge umsteigen können.

Lange Warteschlangen – überfüllte Wartebereiche

Grund für die überfüllten Warteräume und langen Warteschlangen ist der enorme Personalmangel – insbesondere bei Sicherheitskontrollen. Manchmal mussten Passagiere stundenlang warten, um durch die Terminals gebracht zu werden. Infolgedessen verpassten viele ihre Flüge.

KLM warf dem Betreiber vor, das Problem nicht in den Griff bekommen zu haben. Er sagte derweil, er wolle noch vor den Sommerferien mehr Personal einstellen und bot offenbar auch eine Gehaltserhöhung an.

Enge Räume bei der Anmietung

Allerdings besteht das Problem seit mehreren Wochen. An den Flughäfen London/Heathrow und Amsterdam/Schiphol kam es bereits Ende April zu größeren Störungen. Zu Beginn der Osterferien hat Lufthansa viele Flüge vom Frankfurter Flughafen abgesagt, vor allem Inlandsverbindungen, um Chaos durch lange Warteschlangen zu verhindern.

Zwei Drittel der europäischen Flughäfen befürchteten Anfang Mai weitere Flugverspätungen. Grund dafür sei der Personalmangel bei den Bodendiensten und Sicherheitskontrollen, sagten Flughafenverbände und ihre Dienstleister ACI und ASA damals.

Nach dem massiven Stellenabbau aufgrund des Pandemierückgangs kann die Rekrutierung neuer Mitarbeiter den erwarteten Reiseboom nicht bewältigen. Ein gutes Drittel deutete in der Studie an, dass das Problem erst im Herbst gelöst sein werde.

Dienstleister klagen über starken Wettbewerb

ACI und ASA nannten die Gründe für den Personalmangel nicht. Sie mussten viele Mitarbeiter entlassen, weil sie während der Corona-Krise zu wenig staatliche Hilfe erhielten. Das Lohnniveau ist aufgrund des starken Wettbewerbs zwischen den Dienstleistern aufgrund der Liberalisierung des Marktes durch die Europäische Union niedrig.

Die Regelungen zu Sicherheitsanforderungen und Personalschulung haben zu der erforderlichen Umsetzungszeit von bis zu 16 Wochen für den Einsatz von neuem Personal geführt. Die Behörden müssen dies schneller tun. Die Verbände forderten die Fluggesellschaften auf, ihre Flugzeiten anzugleichen. Denn gerade in Stoßzeiten wird es kritisch.