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Studie: Anorexie kann auch Blutgefäße schädigen

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Die Zahl der Menschen mit Magersucht steigt seit Jahren. Betroffen sind vor allem junge Frauen, aber auch Männer. Anorexia nervosa ist eine schwere Krankheit, die an vielen Stellen schwere Schäden anrichten kann – auch an den Blutgefäßen, wie Mediziner bereits herausgefunden haben.

27.05.2022 11:20 Uhr

Heute online, 20.11

Herzrhythmusstörungen, Störungen des Elektrolyt- und Hormonhaushalts, Osteoporose in jungen Jahren und viele weitere Probleme sind die Folgen einer Anorexie. Zwei Forschungsgruppen am Otto-Löwe-Forschungszentrum der Med Uni Graz haben sich in ihrer neuesten Studie einer bisher nicht untersuchten Folge der Anorexia nervosa gewidmet: der Arteriosklerose, im Volksmund auch Gefäßverkalkung genannt.

Cholesterinbedingte Arteriosklerose wird häufig mit Übergewicht in Verbindung gebracht.Eine neue Studie der Med Uni Graz zeigt, dass es bei Menschen mit Magersucht zu Veränderungen im Lipoproteinhaushalt kommt, die Arteriosklerose begünstigen können. Dabei spielen die beiden Fett-Eiweiß-Verbindungen eine wichtige Rolle: HDL und LDL. Je mehr Fett sie enthalten, desto schädlicher sind sie für den Körper.

Gutes und schlechtes Cholesterin

„High Density Lipoprotein“ (HDL-Cholesterin) ist fettarm und wird daher als „gutes“ Cholesterin bezeichnet, während „Low Density Lipoprotein“ (LDL-Cholesterin) als „schlechtes“ Cholesterin gilt. Letztere können sich an der Gefäßinnenwand ansammeln, die Funktionalität und Funktion der Membran beeinträchtigen und so an der Entstehung von Arteriosklerose beteiligt sein.

Während Auswertungen von Blutproben von Patienten keine signifikanten Veränderungen des HDL-Cholesterins zeigten, wirkten sich die von Grazer Forschern untersuchten Personen negativ auf LDL-Partikel aus. Dementsprechend häufen sich bei Patienten mit Anorexia nervosa gefährlichere LDL-Partikel, die sich negativ auf die Blutgefäße auswirken können.

“Extrem komplexe Teilchen”

„Lipoproteine ​​sind extrem komplexe Partikel, die in Größe und Dichte variieren. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass kleinere LDL-Untergruppen viel atherogener sind und sich eher in der Blutgefäßwand ablagern als größere Partikel“, erläutert Julia Stadler vom Departement Pharmakologie die Gefahren dieser Proteingruppe. Die Ergebnisse veröffentlichte der Molekularbiologe mit seinen Grazer Kollegen im Forschungsjournal Biomedicines.

Außerdem wurde bei Patienten mit Anorexie über erhöhte VLDL-Spiegel berichtet. Wie LDL ist auch VLDL (Lipoprotein sehr niedriger Dichte) mit einem erhöhten Risiko für Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Inwieweit diese Lipoprotein-Marker tatsächlich mit dem Risiko einer solchen Erkrankung bei Patienten mit Anorexie in Verbindung gebracht werden, muss laut Med Uni noch in größeren Studien nachgewiesen werden.