Germany

Vitamin-D-Mangel als Ursache für Verstopfung

Vitamin D als Sonderfall unter den Vitaminen

Genau genommen ist Vitamin D gar kein „echtes“ Vitamin. Vielmehr kann der menschliche Körper das Vitamin selbst herstellen, sofern er genügend Sonnenstrahlung aufnimmt. Der Körper absorbiert etwa 80 bis 90 Prozent und damit den größten Teil des Sonnenlichts. Die restlichen 10 bis 20 Prozent nimmt der Körper über die Nahrung auf.

Wie „gut“ oder wie „schlecht“ Vitamin D vom Körper synthetisiert wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Jahreszeit oder dem individuellen Hauttyp ab. Viele Menschen haben jedoch einen Vitamin-D-Mangel, meist unbemerkt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nutzt die Mehrheit der in Deutschland lebenden Bevölkerung das Potenzial von Vitamin D nicht oder nicht vollständig.

Warum Vitamin D für die körpereigene Verdauung wichtig ist

Einer der Gründe, warum Vitamin D eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit spielt, ist, dass es aktiv an der Produktion von antimikrobiellen Antikörpern beteiligt ist. Darüber hinaus regulieren die von Vitamin D gesendeten Signale Entzündungsreaktionen im Darm. Bei einem Mangel an Vitamin D ist der menschliche Darm weniger leistungsfähig.

Denn dann regt der Botenstoff die Darmschleimhaut nicht mehr an, Zellen zu produzieren und so eine aktive Schutzbarriere aufzubauen. Kommt es durch Unterversorgung zu Verstopfung, ist die Darmschleimhaut bereits verzerrt und durchlässig geworden. Gerät die Darmflora durch Vitamin-D-Mangel dauerhaft aus dem Gleichgewicht, kann das weitreichende Folgen haben: verlangsamter Stuhlgang, Muskelkrämpfe und Blähungen. Dementsprechend vermuten Mediziner, dass das Symptom Verstopfung bei Vitamin-D-Mangel häufiger auftreten kann.

Vitamin-D-Mangel ist oft mit chronischer Verstopfung verbunden

2019 konnten Forscher in einer Studie mit mehr als 80 Probanden mögliche Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Mangel und chronischer Verstopfung nachweisen. In vielen Fällen konnte anhand des Vitamin-D-Spiegels im Blut ein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden. Wissenschaftler schließen auch einen Zusammenhang mit Vitamin D und dem sogenannten Reizdarmsyndrom nicht aus.

Da ein Großteil des Immunsystems im Darm angesiedelt ist und dort sogenannte Vitamin-D-Rezeptoren zu finden sind, wirkt sich ein Vitaminmangel auf die Entzündungsanfälligkeit aus. 2015 fanden Forscher in einer Studie heraus, dass über 80 % der Patienten, die unter Reizdarmsyndrom leiden und beispielsweise häufig an Verstopfung leiden, einen Vitamin-D-Mangel aufweisen.

Kontrollieren Sie Vitamin-D-Mangel und Verstopfung

Um die Produktion von Vitamin D im Körper zu steigern, sollten Betroffene öfter in die Sonne gehen. Gerade in der dunklen Jahreszeit müssen Sie tagsüber ein paar Minuten am Tag laufen. Liegt ein deutlicher Mangel vor, kann dem durch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten entgegengewirkt werden. Allerdings musst du auf die Dosierung achten, damit es nach einiger Zeit nicht zu einem Überschuss kommt.

Wer täglich große Mengen Vitamin D zu sich nimmt, kann unter erhöhten Calciumspiegeln und damit verbundenen Symptomen wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Übelkeit leiden. Solche Überdosierungen treten jedoch nur in seltenen Fällen und nur dann auf, wenn die tägliche Vitamin-D-Dosis 4000 IE übersteigt. Vitamin-D-Mangel kann auch teilweise durch die Ernährung ausgeglichen werden. Lebensmittel mit hohem Vitamin-D-Gehalt sind Avocados, Cashewnüsse, Thunfisch und dunkle Schokolade.

Auch bei Darmerkrankungen ist es wichtig, Stress zu vermeiden. Betroffene sollten ausreichend Schlaf bekommen und Pausen im Alltag einlegen, damit Nahrung optimal aufgenommen und verarbeitet werden kann. Außerdem sind lange Spaziergänge sinnvoll, denn so nimmt der Körper im Sommer ausreichend Vitamin D auf, außerdem regt die frische Luft die Darmbewegungen an. Bei akuter Verstopfung bieten Abführmittel vorübergehende Unterstützung, bis der Vitamin-D-Mangel behoben ist.