Germany

Warum startet Kiew jetzt mutige Gegenoffensiven im Süden?

Die Ukrainer stechen in die Region Cherson, die Moskau unkontrolliert russifiziert. Laut Reisner zielen die Angriffe auch darauf ab, die Ukraine an anderer Stelle, an der Donbass-Front, zu entlasten.

Wien / Cherson. In der Region Cherson im Süden der Ukraine ticken die Uhren anders. Sie werden auf die Moskauer Zeit umgestellt. Auch der Kreml verteilt hastig russische Pässe. Die Schwarzmeerregion wurde rücksichtslos russifiziert und geplündert. Und so wird in der Terminologie der Besatzer das Getreide aus Cherson nach Russland „exportiert“. Bilder von langen Lastwagenkolonnen zeigen Weizenexporte. Seit Monaten ist das Gebiet, das mehr als doppelt so groß ist wie Oberösterreich, in russischer Hand.

Nun hat die Ukraine dort eine Gegenoffensive gewagt. Der Moment sei kein Zufall gewesen, sagte Militärexperte Marcus Reisner der Presse. Weiter östlich, im Donbass, verteidigen die Russen die Ukrainer. Verteidiger dort haben derzeit nicht die Kraft für große Konter. Also vermeiden.