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Drama in Paris – Alexander Zverev verlässt den Platz im Rollstuhl
Stand: 03:04 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten
Nach dem Unglück: Alexander Zverev schreit vor Schmerzen
Quelle: REUTERS
Das Spiel war bereits dramatisch. Mehr als drei Stunden waren im Halbfinale der French Open gespielt, da hatten Alexander Zverev und Rafael Nadal den zweiten Satz noch nicht beendet. Dann knickte der Deutsche um und verließ den Platz unter Tränen im Rollstuhl.
Den Zuschauern im Stade Roland Garros stockte der Atem. Alexander Zverev weinte und schrie unaufhörlich. Der 25-Jährige lag im roten Sand und verlieh seinem Schmerz Ausdruck.
Auf der Zielgeraden des zweiten Satzes war der Deutsche an der Grundlinie böse mit dem Sprunggelenk umgeknickt. Beim Versuch, den Gang in den Tiebreak zu verhindern, stürzte der Hamburger und musste das Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal beim Stand von 6:7 (8:10), 6:6 vorzeitig beenden. Er wurde mit dem Rollstuhl vom Platz geschoben.
Gewissheit: Alexander Zverev kann nach seinem Sturz nicht mehr weiterspielen
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„Es sieht so aus, dass ich eine sehr ernsthafte Verletzung habe“, sagte Zverev später in einer Videobotschaft.
Der erste Satz war der längste des Turniers
Bis zu dem abrupten Ende hatte sich ein Marathon-Match angekündigt. Obwohl der zweite Durchgang noch gar nicht beendet war, standen sich die beiden Kontrahenten bereits mehr als drei Stunden gegenüber. Der erste Satz hatte mit 98 Minuten einen Rekord für das Turnier 2022 bedeutet. Durchgang zwei hätte die Dauer wohl noch überstiegen.
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Mit einem Sieg hätte Zverev am Sonntag im Finale die Chance gehabt, sich endlich seinen ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier zu sichern und damit auch die Nummer eins der Weltrangliste zu werden.
Der Deutsche hatte Nadal zuvor einen großen Kampf geboten und den Sandplatz-König, der nun seinen 14. Titel in Paris holen kann, immer wieder arg in Bedrängnis gebracht. Allerdings konnte die deutsche Nummer eins viele Chancen nicht nutzen. So schaffte es Nadal wieder einmal ins Finale der French Open.
„Das ist sehr hart für ihn. Das tut mir sehr leid. Er hat unglaubliches Tennis gespielt“, sagte Nadal im Interview auf dem Platz. „Ich weiß, wie sehr er darum kämpft, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Ich bin mir sicher, dass er nicht nur eins, sondern mehrere gewinnen wird“, sagte der Spanier über Zverev. „Wieder im Finale von Paris zu sein, ist ein Traum. Aber im Moment ist es schwer, Worte zu finden, wenn ich ihn eben noch in der Kabine habe weinen sehen.“
Schmerzen, die Tränen verursachen: Alexander Zverev weint, Rafael Nadal fühlt mit
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Schon beim Einmarsch auf den Court Philippe Chatrier wurde Nadal mit Ovationen empfangen. Die Zuschauer erhoben sich von den Plätzen und applaudierten – so als ob sie den spanischen Ausnahmekönner zum letzten Mal live bewundern könnten. Zu Ehren seines Geburtstages stimmte das Publikum dann sogar ein Ständchen an. Es war alles angerichtet für die nächste Rafael-Nadal-Show auf dem roten Sand von Paris.
Wegen des Regens in der französischen Hauptstadt war das Dach über dem größten Stadion der Anlage geschlossen. Es herrschte eine elektrisierende Stimmung, als Nadal die Partie um 15.05 Uhr eröffnete.
Doch Zverev ließ sich von all dem zunächst nicht beeindrucken. Die deutsche Nummer eins spielte von Beginn an aggressiv und überraschte Nadal mit zahlreichen unerreichbaren Schlägen. Gleich zum Auftakt nahm der dem Spanier den Aufschlag ab. Es ging ein Raunen durch die Arena. Aufmunternde „Rafa, Rafa“-Rufe zu so einem frühen Zeitpunkt hatte es in Paris wohl noch nie gegeben.
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Sieben Spiele lang spielte Zverev danach das beste Tennis, das er bislang je bei einem Grand-Slam-Turnier gespielt hatte. Doch dann kam es plötzlich zum Bruch im Spiel des Deutschen. Nadal war weiter weit von seiner Topform entfernt, doch Zverev unterliefen auf einmal viele leichte Fehler. So ließ er Nadal zurück ins Spiel, zum 4:4 schaffte der Spanier das Break zum Ausgleich.
Danach wogte die Partie hin und her. Zverev wehrte beim Stand von 4:5 drei Satzbälle Nadals ab, um dann im anschließenden Aufschlagspiel des Spaniers zwei Breakbälle nicht zu nutzen. Im Tiebreak hatte Zverev dann auf einmal vier Satzbälle. Einen vergab Zverev mit einem leichten Volley-Fehler, den Rest wehrte Nadal in einer Manier ab, wie man sie von ihm auf dem Centre Court von Paris kennt – pure Weltklasse.
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Doch Zverev hielt dagegen, wehrte zwei weitere Satzbälle von Nadal ab, um den ersten Durchgang nach 1:31 Stunden dann doch zu verlieren – weil Nadal mit einem unfassbaren Passierball seinen sechsten Satzball unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Zuschauer nutzte.
Weltklasse pur am Ende von Satz eins: Rafael Nadal wehrte vier Satzbälle in Folge ab
Quelle: Getty Images/Ryan Pierse
Im zweiten Satz ging das Hin und Her weiter. Zverev verlor sofort seinen Aufschlag, kämpfte sich aber zurück und machte Nadal das Leben weiter unglaublich schwer. Beim Stand von 5:3 schlug er zum Satzgewinn auf, leistete sich aber drei Doppelfehler. Die Entscheidung sollte erneut im Tiebreak fallen, doch beim Versuch diesen zu verhindern knickte Zverev unglücklich um.
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