Postkartenansicht: Leuchtturm bei Listenbild: Frank Lukasek
Ein Deutschland bitte. Wie Sie von München nach Westerland kommen und was Ihnen dabei alles durch den Kopf geht, beschreibt unser Reporter aus der Regionalbahn quer durchs Land.
Die erste Anfrage, die uns vor vier Wochen erreichte, lautete: Sobald das 9-Euro-Ticket verfügbar ist, sollen wir von Süddeutschland in den Norden fahren, von Berchtesgaden oder Sonthofen nach Flensburg. Seitdem ist viel passiert. Die auf drei Monate befristete Aktion der Bundesregierung entzündete die Fantasie der Bürger wie lange nichts aus dem politischen Berlin. Es gibt keine Zeitung, die nicht mindestens einen Praktikanten gebeten hat, die praktischen Auswirkungen des Tickets zu überprüfen oder es mit der Regionalbahn auf eine Reise nach Deutschland geschickt hat, inklusive Live-Blog.
Die Gegenbewegung begann jedoch sofort, insbesondere in den sozialen Netzwerken, die für ihre defätistische Natur bekannt sind. Mit beißender Ironie schrieb beispielsweise ein Kollege am 23. Mai an die Tageszeitung: „Ich freue mich jetzt schon auf all die Empfehlungen, bei denen Journalisten für 9 Euro im Monat überall hinfahren.“ Wir erhielten den Textvorschlag. Tatsächlich fragen Sie sich vielleicht, was der Mehrwert solcher Erfahrungsberichte ist. Seit es Twitter gibt, weiß jeder, welcher Journalist an welcher Station feststeckt oder was der Sitznachbar in einer ruhigen Gegend auf sein Handy schreit.
Add Comment