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Abofalle – Wiener Gericht vergibt Fitnesskette – Wien

Der Verbraucherinformationsverband (VKI) hat FitInn-Fitnessstudiobetreiber erfolgreich wegen irreführender Werbung verklagt.

Das sogenannte „Pro Flex“-Abo für „FitInn“ soll monatlich 9,90 Euro kosten. Das zumindest suggerierte er auf extrem großen Plakaten und Werbebannern bei Facebook & Co. Das wäre schön, aber das Kleingedruckte war schwierig und hatte das Potenzial, unaufmerksame Kunden für teure Abonnements zu gewinnen. Nach etwa zwei Monaten musstest du plötzlich das Dreifache zahlen und kannst frühestens in einem Jahr kündigen.

Befürworter von VKI-Nutzern haben Klage gegen Fitnesscenter-Betreiber eingereicht und Erfolg gehabt. Der Oberste Gerichtshof Wien hat – ohne rechtskräftig zu entscheiden – entschieden, dass die Werbung den Kunden irreführt und daher unzulässig ist.

Der Fall im Detail

Bis Mitte Oktober 2020 wurde Fitinn.at ein Abo-Vertrag für Pro Flex für 9,90 Euro pro Monat angeboten. Für die Aktivierung der Mitgliedschaft mussten Verbraucher einmalig 29,90 Euro entrichten. Nutzer können die Abo-Kategorie bis zum 15. Dezember 2020 wechseln (auf ein Abo für 19,90 Euro oder 24,90 Euro pro Monat), ansonsten muss die Vertragsgebühr für das Pro Flex-Abo ab dem 1. Januar 2021 bei 29,90 Euro pro Monat liegen Erstmals seit 12 Monaten abgesagt.

Auf Facebook wurde das Abo unter anderem mit einem „Pro Flex-Abo für 9,90 Euro“ beworben. Auf Straßenplakaten wurde „PRO FLEX Abo bis Jahresende für 9,90* im Monat“ beworben; nur das Sternchen verwies auf die Fußzeile, die aufschlussreiche Informationen enthielt.

feine Schrift

Der Oberste Gerichtshof Wien bestätigte die Klage von VKI und bestätigte die irreführende Werbung, da der Werbung wesentliche Produktmerkmale fehlten. Auch der Zusatz „bis Jahresende“ ändere nichts an der Irreführung, da für den Kunden nicht ersichtlich sei, ob sich die Formulierung auf die Gültigkeitsdauer des Angebots selbst oder auf den Preis beziehe.

Auch der Star der Plakate konnte die Irreführung nicht verhindern. Verbraucher, die auf einer stark befahrenen Straße auf eine Plakatwerbung blicken, konnten den Inhalt nur erahnen, wenn sie daran vorbeigingen. Der bereits durch die Schriftgröße hervorgehobene Preis zog alle Blicke auf sich, die kleingedruckten Erläuterungen am unteren Rand des Plakats waren für den Durchschnittsfahrer nicht lesbar.

Nav-Account rote Zeit09.06.2022, 13:51 | Akt: 09.06.2022, 13:51