Nach dem Angriff auf die ukrainische Schule
Die Russen hinterlassen Friedensbotschaften an den Tafeln
Im ukrainischen Dorf Katjuschanka haben russische Soldaten eine Schule praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Dies hinderte sie nicht daran, Friedensbotschaften auf den intakten Steinplatten der Mauer zu hinterlassen.
Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine haben russische Soldaten Hunderte Gräueltaten begangen. Die Soldaten hören nicht bei der Zerstörung von Schulen auf.
Auch das ukrainische Dorf Katyushchanka nördlich von Kiew war bis vor wenigen Tagen von den Russen besetzt. Als die ukrainischen Streitkräfte nach dem Rückzug der Russen die Kontrolle über das Dorf zurückerlangten, fanden sie die örtliche Schule in Trümmern vor. Auch auf dem Fußballplatz wurden tiefe Gräben ausgehoben.
„Wir sind für den Frieden auf der ganzen Welt“
Absurd: Laut CNN stießen die Soldaten in einem der Klassenzimmer auf eine Nachricht, die die Russen für die Schüler hinterlassen hatten. Auf der Tafel stand: „Kinder, es tut uns leid, dass wir so ein Chaos angerichtet haben, wir haben versucht, die Schule zu retten, aber es wurde geschossen. Wiederholen Sie nicht die Fehler Ihrer Vorfahren. Die Ukraine und Russland sind ein Volk! Friede sei mit euch, Brüder und Schwestern.
Der auf Russisch geschriebene Zettel war übrigens nicht der einzige, den russische Soldaten an die Tafeln der Schule geschrieben hatten. „Wir sind für den Weltfrieden“ oder „Putin ist unser Präsident“. Studiere fleißig, Russland braucht gebildete Bürger», um nur einige Beispiele zu nennen.
Russisches Fernsehen spricht derweil von „rührenden Botschaften“
Ob die Russen tatsächlich hinter den Botschaften stecken, lässt sich jedoch nicht überprüfen. Aber alles deutet auf ihn hin. Denn die Meldungen erreichten das russische Fernsehen. Dort wird der Widerspruch, eine Schule zu zerstören und dann Schüler zum Lernen zu motivieren, großzügig ignoriert. So berichtete die russische Nachrichtenseite Lenta.ru über „rührende Botschaften an ukrainische Kinder“, die das russische Militär hinterlassen habe.
Der Schulleiter sieht das jedoch ganz anders. Er war angewidert, als er die Nachrichten fand. „Es ist Barbarei und Heuchelei“, sagte er CNN. Aber die Berichte sind nicht die einzigen Gräueltaten, die russische Soldaten hinterlassen haben, so der Schulleiter. Auf dem Gelände der Schule wurden drei Panzerminen und mehrere Maschinengewehrgeschäfte gefunden.
Der Schuldirektor beziffert den materiellen Schaden der russischen Truppen auf rund 165’000 Franken. Daher kann er sich nicht vorstellen, dass die Schüler in naher Zukunft wieder zur Schule gehen können. (ced)
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