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Großer Preis von Aserbaidschan: Debakel für Ferrari – Red Bull feiert Doppelsieg

Ferraris Fiasko auf den Straßen von Baku ebnete den Weg für Max Verstappens fünften Formel-1-Sieg der Saison. Der Weltmeister baute seine Führung in der Meisterschaft beim Großen Preis von Aserbaidschan aus, nachdem Ferrari-Star Charles Leclerc wegen eines Motorschadens als Führender zurücktreten musste. Zweitens machte Sergio Perez den dritten Doppelsieg von Red Bull in diesem Jahr perfekt. Ihnen folgte das Duo Mercedes George Russell und Lewis Hamilton, da Carlos Sainz im zweiten Ferrari ebenfalls wegen eines frühen Defekts das Finale nicht erreichte.

“Es tut weh. Wir müssen darauf schauen, um von ihm zu lernen. Es ist völlig enttäuschend. Es ist schwer zu verstehen”, sagte Leclerc nach einem weiteren großen Misserfolg im Titelrennen. Leclerc ist in der Gesamtwertung auf den dritten Platz zurückgekehrt und ist jetzt 34 Punkte hinter Verstappen liegt nun mit 21 Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz.

Wasserschaden in Sainz

Zum vierten Mal in Folge stellte Leclerc seinen Ferrari auf den ersten Platz. Seine Halbpositionen brachten ihm am Ende kein Glück. Weder in Miami, noch in Barcelona oder Monaco gelang es ihm, den Startvorteil in einen Sieg umzumünzen. Und diesmal war die Führung schnell verschwunden. Ermutigt von seinem Triumph in Monte Carlo und seiner Vertragsverlängerung bis 2024 überholte Perez Leclerc vor der ersten Kurve.

Auch Verstappen startete gut, konnte seinen Ferrari-Rivalen aber nicht mehr schlagen. Dies geschah in den ersten Runden. Verstappen tauchte mehrfach großformatig im Rückspiegel von Leclerc auf, als Perez ein kleines Kissen nach vorne lenkte.

Dann sorgte Sainz für die ersten Turbulenzen. Der vierte Spanier stieg plötzlich in seinen Ferrari. Diagnose: Hydraulikfehler. Das virtuelle Safety-Car bremste den Lichtungsbereich kurzzeitig ab. Leclerc und einige andere Piloten nutzten dies für einen Boxenstopp.

„Der Strom ist weg“

Dagegen stürzten beide Red Bulls auf die Straße. Verstappen durfte Perez kampflos an die Spitze versetzen, um nicht zu viel Zeit auf Leclerc zu verschwenden, der mit neuen Reifen nach vorne stürmte. Als beide Red-Bull-Fahrer in der Servicewerkstatt ankamen, übernahm der Ferrari-Star die Führung.

Das nächste Drama um die Scuderia folgte wenig später: Wie in Barcelona stieg der Qualm aus Leclercs Motor auf. Verzweifelt verkündete der 24-Jährige im Boxen in Runde 20 über Funk: „Die Kraft ist weg.“ Mit Schneckentempo kroch Leclerc zurück in die Boxengasse, stieg aus dem Auto und winkte dem Publikum traurig zu. „Ich finde einfach nicht die richtigen Worte, um das zu beschreiben“, gestand er kurz darauf vor dem Mikrofon von Sky. Endlich war der Weg frei für den nächsten Doppelerfolg von Red Bull.

Keine Punkte für Alfa-Sauber

Nach einem unübersichtlichen Wochenende verließ Hinwils Rennstall Baku ohne Punkt. Von Startplatz 14 aus war Guanyu Zhou lange auf Punktekurs, doch ein Motorschaden beendete sein Rennen in der 24. Runde jäh. Valteri Botas konnte seine starke Form in Aserbaidschan nicht bestätigen und verpasste als Elfter knapp die Punkteränge. Nächste Woche ist die nächste Chance beim Großen Preis von Kanada. (dpa/els)