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Größter Zinssprung seit 1994: US-Notenbank hebt Leitzins deutlich an

Stand: 15.06.2022 20:18 Uhr

Zur Bekämpfung der hohen Inflation erhöhte die US-Notenbank ihren Leitzins deutlich um 0,75 Prozentpunkte. Laut Fed liegt er jetzt im Bereich von 1,5 bis 1,75 Prozent. Das ist der größte Sprung seit 1994.

Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die US-Notenbank den Leitzins stärker angehoben als seit 1994. Er stimmte einer Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent zu. Die Fed kündigte die dritte Zinserhöhung in diesem Jahr an.

Die Währungsaufsichtsbehörden haben signalisiert, dass sie dieses Jahr mehrere weitere Erhöhungen vornehmen werden, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Sie bewegen sich auf eine durchschnittliche Verzinsung von 3,4 Prozent zum Jahresende zu. Im März hatten sie einen Wert von 1,9 Prozent prognostiziert. Langfristig wird ein Zinssatz von 2,5 % angestrebt.

Auch die EZB erhöht die Zinsen

Angesichts des jüngsten überraschenden Anstiegs der US-Inflation auf 8,6 Prozent erwarteten die Finanzmärkte einen Schritt dieser ungewöhnlichen Größenordnung. Aufgrund der hohen Inflation stehen die Zentralbanken unter Druck, ihre lockere Geldpolitik zu straffen. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach langem Zögern beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihekäufe zum 1. Juli zu beenden. „Die Entscheidung wurde einstimmig angenommen“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Bei ihrer nächsten ordentlichen Sitzung des EZB-Rates am 21. Juli will die EZB erstmals seit elf Jahren die Leitzinsen wieder anheben, zunächst um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Die europäischen Währungsaufsichtsbehörden werden wahrscheinlich im September eingreifen – sogar noch mehr als im Juli, wenn die Inflation hoch bleibt. Voraussetzung dafür ist, dass die heimischen Prognosen für 2024 eine Inflation von 2,1 % oder mehr erwarten.