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Notfalls ohne Schuldenbremse: Lang: „Am Sozialen nicht sparen“

Notfalls ohne Schuldenbremse Lang: „Am Sozialen nicht sparen“

19.06.2022 01:52 Uhr

Das jüngste Hilfspaket ist gerade in Kraft getreten, als der Chef der Lang Greens weitere Hilfen ankündigt. Sie sollten aber ihrer Meinung nach gezielter verteilt werden, etwa durch höhere Hartz-IV-Tarife. Auch eine 9-Euro-Ticket-Verlängerung hält sie für möglich.

Grünen-Chefin Ricarda Lang hat zusätzliche finanzielle Entlastungen für die Bürger angekündigt. Allerdings ist die Einhaltung der Schuldenbremse im Jahr 2023 fraglich. „Es wird zusätzliche Erleichterungen geben“, sagte Lang von Bild am Sonntag. „Steigende Gas- und Strompreise sind noch nicht vollständig bei den Menschen angekommen. Aber das wird sich bis zum Herbst und Winter ändern. Wir reden darüber, welche zusätzlichen Entlastungen wir mitbringen müssen.“ Auch Lang mahnte: „Bei künftigen Entlastungen müssen wir uns natürlich noch stärker konzentrieren, zum Beispiel durch umwerfende Sozialleistungen.

Ob die Schuldenbremse 2023 wieder eingehalten werden kann, sei für Lang zweitrangig. Die entscheidende Frage sei nicht, ob wir den Schuldenerlass um jeden Preis stoppen oder einhalten, sondern ob wir den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen seien, sagte Lang. „Für uns Grüne ist klar: Wir werden nicht an sozialen Themen sparen. Weder vom Grundeinkommen, noch von der Grundsicherung der Kinder, noch von den notwendigen Entlastungen für die ärmeren Haushalte.“ Nach dem Vorschlag von Hubertus Heil soll der Hartz-IV-Satz um etwa 50 Euro erhöht werden.

Es geht um sozialen Frieden. „Wenn wir Sozialkosten einsparen, könnten noch mehr Menschen in Armut abrutschen und das Vertrauen in den Staat verlieren. Das bedroht die Grundlagen unserer Demokratie.“

Eine Verlängerung des Tankrabatts steht außer Frage

Koalitionspartner FDP muss sich bei Langs Plänen keine großen Gedanken machen, Finanzminister Christian Lindner fordert die Bundesregierung auf, zur während der Corona-Pandemie ausgesetzten Schuldenbremse zurückzukehren. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse erlaubt nur eine minimale Kreditaufnahme. In den letzten Jahren wurde es aufgrund der schweren Belastung durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine gestoppt. Der kürzlich verabschiedete Bundeshaushalt 2022 sieht neue Kredite in Höhe von knapp 139 Milliarden Euro vor. Den Haushaltsentwurf für 2023 will Lindner zeitnah vorlegen.

In dem Gespräch äußerte sich Lang auch zum 9-Euro-Ticket, das er für eine mögliche Verlängerung hält. „Wir prüfen jetzt, ob die Leute wegen des Tickets wirklich vom Auto auf die Bahn umsteigen. Wenn das so ist, müssen wir in der Koalition unbedingt darüber reden, wie wir an diesen Erfolg anknüpfen können“, sagte Lang der Bild am Sonntag lehnt die Verlängerung des Anfang Juni parallel zum 9-Euro-Ticket eingeführten Tankrabatts ab. „Der Spritrabatt ist auf drei Monate begrenzt und muss so bleiben“, sagte sie. Es gibt „intelligentere Maßnahmen“, um Reisenden zu helfen.