Germany

Der Bundesrat will mehr S-Bahnen und eine zweite U-Bahn Lötschberg

Der Lötschberg-Basistunnel ist 35 km lang. Derzeit kann es jedoch nur zweimal alle 14 Kilometer verwendet werden. Weitere 14 Kilometer zwischen Fernern VS und Mitholz BE sind für ein zweites Gleis offen, können aber noch nicht genutzt werden. Weitere sieben Kilometer sind Felsen. Still. Denn der Bundesrat will nun ein zweites Mal die ganze Zeit. Diese Entscheidung traf er am Mittwoch.

Bisher war nur ein Teilausbau vorgesehen, was aber bedeuten würde, dass der Tunnel bei einer Erneuerung für mehr als acht Monate gesperrt wäre. In der Vollversion gilt diese Blockade jedoch nicht, wie Verkehrsministerin Simoneta Somaruga (62) vor Medien sagte. Der Blick hat bereits angekündigt, dass der Bundesrat der SP tendenziell komplett expandiert.

Der Bundesrat freut Braggie

Zufrieden ist unter anderem der zentrale Nationalrat des Wallis, Philippe Braggie (43). “Das ist nicht nur für den Kanton Wallis eine gute Nachricht, sondern für alle betroffenen Regionen”, sagt er gegenüber Blick. Selbst im Jahr 2040, wenn die erste Spur repariert werden muss, könnte verhindert werden, dass die Verbindung zum Vale blockiert wird.

Der Fraktionsvorsitzende des Zentrums hat sich bereits parlamentarisch gegen die drohende Schließung gewehrt, die zu einem „Verkehrschaos“ führen würde – und sich katastrophal auf den Tourismus auswirken würde.

Mehrkosten und Verzögerungen

Neben dem Lötschberg-Basistunnel rechnet der Bundesrat mit Mehrkosten für weitere Projekte wie den Brüttener Tunnel, den Zimmerberg-Basistunnel, den Bahnhof Stadelhofen und den Genfer Knotenpunkt.

Insgesamt verlangt der Bundesrat vom Parlament weitere 720 Millionen Franken. Die Folgen der Erweiterungen seien auch mehr Baustellen und damit „zeitweilig instabile Versorgung“. Um dies vernünftig zu halten, wurde ein Teil der Arbeit verzögert.

Die Schweiz wird ein S-Bahn-Land

Mit der Bahn 2050 hat der Bundesrat auch seine langfristige Strategie zum Ausbau des Schienenverkehrs festgelegt. Bisher stützte sich dies hauptsächlich auf einen strafferen Vorschlag, was sich nun ändern wird. Somaruga betonte, dass es auf einer Strecke wie zwischen Zürich und Bern nicht mehr darum gehe, ein paar Minuten zusammenzudrücken. “Der Zug ist dort unbesiegbar!”

Vielmehr will die Landesregierung mehr S-Bahnen. Das Netz muss auf Kurz- und Mittelstrecken ausgebaut werden, auch Regionalzüge müssen häufiger an Vorortbahnhöfen halten – was wiederum einen entsprechenden Ausbau erfordert.

offene Beratung

Im Güterverkehr schließlich sollen neue intermodale Umschlagplattformen und urbane Logistikanlagen den Zugang zur Schiene verbessern. Der Bundesrat erwartet von den geplanten Neuerungen einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. 2050 muss die Schweiz keine Treibhausgase mehr ausstossen.

Die Vorschläge befinden sich bereits im Vernehmlassungsverfahren, das bis zum 14. Oktober läuft. Die Botschaft an das Parlament zum nächsten Ausbauschritt des Schienenverkehrs ist für 2026 geplant. Die Entscheidung über den übernächsten, größeren Erweiterungsschritt ist für 2030 geplant (gbl)

Mehr zum Lötschbergtunnel